It’s All About Love

It’s All About Love“ umkreist eine dystopische Realität, in der Menschlichkeit auf dem Rückzug scheint. Thomas Vinterberg wagt einen Blick auf eine Zukunft, die technisiert, emotional ausgekühlt und global desorientiert wirkt. Der Film verknüpft romantische Motive mit Elementen des Untergangs, ohne dabei eindeutige Erklärungen zu liefern. Zwischen Künstlichkeit und Verlorenheit entfaltet sich ein Bild emotionaler Kälte.

It’s All About Love
Dauer: 101 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Thomas Vinterberg
Produzenten: Birgitte Hald
Hauptdarsteller: Joaquin Phoenix, Claire Danes, Sean Penn
Nebendarsteller: Douglas Henshall, Alun Armstrong, Margo Martindale
Studio: Nimbus Film
Sprachen: Deutsch, English

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Im Zentrum steht ein Paar, das inmitten globaler Umbrüche nach einem letzten Funken Verbundenheit sucht. John begegnet einer Welt, in der Klone Gefühle ersetzen und Naturgesetze sich auflösen. Gemeinsam mit Elena flieht er durch Eis, Stille und Geheimnisse. Kann in einer Welt ohne Halt noch etwas wie Liebe überleben?

Besetzung, Drehorte & Infos

It’s All About Love“ entstand 2003 unter der Regie von Thomas Vinterberg. Das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit Mogens Rukov. In den Hauptrollen agieren Joaquín Phoenix als John, Claire Danes als Elena und Sean Penn als Marciello. Douglas Henshall verkörpert Michael, Alun Armstrong spielt David. Margo Martindale ist als Betsy zu sehen, Mark Strong als Arthur. Die Filmmusik stammt von Nikolaj Egelund und Zbigniew Preisner. Anthony Dod Mantle übernahm die Kamera, Valdís Óskarsdóttir war für den Schnitt verantwortlich.

Gedreht wurde der Film im kanadischen Vancouver. Die Produktion realisierte Nimbus Film in Zusammenarbeit mit CoBo Fonds und DR TV-Drama. Das Budget lag bei geschätzten 86 Millionen Dänischen Kronen. Der Film lief am 20. März 2003 in den deutschen Kinos an. Die Laufzeit beträgt 101 Minuten. Die Altersfreigabe liegt bei FSK 12. In den USA und Kanada spielte der Film insgesamt 6.140 US-Dollar ein. Weltweit belief sich der Bruttoertrag auf 478.996 US-Dollar.

Beim dänischen Robert Festival 2004 erhielt der Film drei Auszeichnungen. Die Preise gingen an Anthony Dod Mantle für die Kamera, an Ben van Os und Jette Lehmann für das Produktionsdesign sowie an Peter Hjorth für die visuellen Effekte.

Inhalt & Handlung vom Film „It’s All About Love“

John landet im Jahr 2021 in New York, um von seiner Frau Elena die Scheidungspapiere unterschreiben zu lassen. Am Flughafen trifft er sie jedoch nicht wie geplant. Stattdessen begegnet er zwei Männer, die ihn bitten, Elena im Hotel aufzusuchen. Trotz merkwürdiger Beobachtungen – wie tote Menschen, denen niemand Beachtung schenkt – folgt er ihnen. John verschiebt seinen Weiterflug, um Elena zu sehen. Die seltsame Atmosphäre in der Stadt irritiert ihn, doch die Männer beteuern, solche Zustände seien dort alltäglich. Misstrauen und Zweifel begleiten seinen weiteren Weg ins Hotel.

Dort angekommen, trifft John auf vertraute Gesichter aus früheren Zeiten. Besonders Michael, Elenas Bruder, ist ihm nahe. Elena selbst arbeitet weiter als Eiskunstläuferin und ist wirtschaftlich fest an ihr Management gebunden. Als John ihr begegnet, wirkt sie angespannt. Kurz darauf sieht sie ihr eigenes Doppelgängerin und gerät in Panik. Sie bittet John, bei ihr zu bleiben. Die beiden fliehen in ein billiges Hotel. Dort kommen sie sich wieder näher und erleben gemeinsam einen Schneefall im Hochsommer. Diese surreale Szene bleibt nicht unbeobachtet, denn bald holt Elenas Umfeld sie zurück. Ihre Freiheit ist wieder vorbei.

Tod in der Eiswüste

John trifft sich erneut mit Michael und erfährt verstörende Neuigkeiten. Es existieren drei Klone von Elena, die ihre Rolle als Eiskunstläuferin übernehmen sollen. Das Management will das lukrative Geschäft weiterführen, während das kranke Original verschwinden soll. Michael schlägt vor, dass John mit Elena unter neuer Identität ein neues Leben beginnen soll. Unterstützt werden sie von Betsy, einer loyalen Angestellten. John hält an einem Versprechen fest und nimmt die Klone mit zum Eislaufen. Während dieses Ausflugs werden die Doppelgänger von einem Unbekannten erschossen. Nur Elena überlebt den Anschlag.

Der Mann hinter dem Anschlag ist Mr. Morrison, dessen Motive im Verborgenen bleiben. John, Elena und Michael fliehen erneut und ziehen sich in eine schneebedeckte Einöde zurück. Unterwegs trennt sich Michael von den beiden. Er erfriert kurze Zeit später. John und Elena halten durch, verlieren aber zunehmend ihre Kräfte. Schließlich sterben sie eng umschlungen in der Kälte. Ihre Hoffnung auf ein gemeinsames Leben endet tragisch. Ihre Flucht wird zur letzten Etappe einer Liebe, die sich gegen alle Widerstände stellte, aber der Welt nicht standhalten konnte.

Zum Schluss spricht Marciello, Johns Bruder, der während des Films immer wieder aus einem Flugzeug heraus zu sehen war. Er reflektiert die emotionale Leere der Menschen. Seine Worte sind eindringlich: Trotz globaler Kälte und Isolation sollte sich doch alles um die Liebe drehen. Er beschreibt eine Welt am Abgrund. Menschen sterben an gebrochenen Herzen. Naturgesetze geraten aus dem Gleichgewicht. Flugzeuge finden keinen Landeplatz mehr, weil die Erde komplett vereist ist. Seine Stimme bleibt zurück, während das Bild langsam erlischt.

Filmkritik und Fazit zum Film „It’s All About Love“

It’s All About Love“ konstruiert ein Szenario, das zwischen emotionaler Entfremdung und globaler Störung pendelt. Die Idee, Klone zur wirtschaftlichen Absicherung einzusetzen, besitzt erzählerisches Potenzial, doch der Plot wirkt stellenweise überladen. Besonders die Szene mit dem tödlichen Eislaufen der Doppelgänger bleibt zwar im Gedächtnis, entwickelt aber keine greifbare emotionale Wirkung. Der Film streift viele Motive, verliert dabei jedoch den erzählerischen Schwerpunkt.

Einzelne Bilder besitzen verstörende Kraft, etwa der Schneefall im Juli oder das Schweben von Menschen. Solche Momente erzeugen Irritation, aber kaum Zusammenhang. Die Figur des Marciello fungiert als Randbeobachter, doch seine Kommentare aus der Luft erscheinen isoliert und folgen keiner erkennbaren Entwicklung. Auch die Naturkatastrophen im Hintergrund wirken eher symbolisch als konkret verankert. Der Versuch, Drama und Science-Fiction miteinander zu verschränken, scheitert an mangelnder Stringenz.

Trotz schwacher Struktur enthält der Film Momente leiser Intensität. Die Beziehung von John und Elena bildet einen emotionalen Kern, der trotz aller Brüche berührt. Ihr Ende bleibt bedrückend, weil es radikale Kälte mit persönlicher Ohnmacht verbindet. „It’s All About Love“ stellt viel in den Raum, doch es fehlen klare Knotenpunkte. Am Ende bleibt ein sperriges Werk mit mutigen Ideen und strukturellen Schwächen.

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