Sherlock Holmes
„Sherlock Holmes“ zeigt ein London, das sich zwischen Rationalität und Mythos neu erfindet. Die Stadt wirkt zugleich modern und archaisch, ein Ort, an dem Aufklärung und Schattenmächte kollidieren. Guy Ritchie inszeniert diese Welt als Geflecht aus Dampf, Metall und Moral, in der Beobachtung zur Waffe wird. Das Werk spürt dem Verhältnis von Wissen, Macht und Kontrolle nach – ein Spiel mit Struktur, Instinkt und präzisem Chaos.
| Dauer: | 128 Min. |
|---|---|
| FSK: | ab 12 Jahren |
| Jahr: | 2009 |
| Regie: | Guy Ritchie |
| Produzenten: | Joel Silver, Dan Lin, Lionel Wigram |
| Hauptdarsteller: | Robert Downey Jr., Jude Law, Rachel McAdams, |
| Nebendarsteller: | Mark Strong, Eddie Marsan, Kelly Reilly |
| Studio: | Warner Bros. |
| Sprachen: | Deutsch, English |
Holmes verhindert einen Mord, doch der Tod des Täters bringt keine Ruhe. Merkwürdige Zeichen, verschwundene Körper und geheime Rituale ziehen ihn tiefer in ein Netz aus Intrigen. Seite an Seite mit Dr. Watson folgt er Spuren, die Logik und Glauben gegeneinanderstellen. Die Stadt wird zum Labor des Verstandes, während unsichtbare Kräfte um Einfluss ringen. Wie lange lässt sich das Rätsel kontrollieren, bevor es selbst den Verstand herausfordert?
Besetzung, Drehorte & Infos
„Sherlock Holmes“ erschien 2009 unter der Regie von Guy Ritchie und verbindet Elemente von Action und Abenteuer mit klassischer Detektivkunst. Das Drehbuch stammt von Michael Robert Johnson, Anthony Peckham, Simon Kinberg und Lionel Wigram. Produziert wurde der Film von Joel Silver, Dan Lin, Lionel Wigram und Susan Downey. Hinter der Kamera stand Philippe Rousselot, für den Schnitt war James Herbert verantwortlich. Die Musik komponierte Hans Zimmer, dessen Score für Spannung und Dynamik sorgt.
In der Hauptrolle überzeugt Robert Downey Jr. als exzentrischer Ermittler Sherlock Holmes, während Jude Law dessen loyalen Partner Dr. John Watson spielt. Rachel McAdams verkörpert Irene Adler, Mark Strong tritt als finsterer Lord Henry Blackwood auf. Kelly Reilly spielt Mary Morstan, und Eddie Marsan gibt den pflichtbewussten Inspektor Lestrade. Gedreht wurde in London, anderen britischen Städten, in den USA sowie in Australien. Der Film startete im Dezember 2009 international und im Januar 2010 in Deutschland.
Die Produktion erhielt weltweite Anerkennung und spielte über 524 Millionen US-Dollar ein. Robert Downey Jr. gewann einen Golden Globe als bester Hauptdarsteller, während Hans Zimmer und das Szenenbild für den Oscar nominiert waren. Zudem gewann der Film mehrere Empire Awards und Auszeichnungen der Visual Effects Society. Mit 128 Minuten Laufzeit und einer FSK-12-Freigabe zählt er zu Guy Ritchies größten Kinoerfolgen.
Inhalt & Handlung vom Film „Sherlock Holmes“
Im Jahr 1891 verhindert Sherlock Holmes in London einen weiteren Ritualmord des berüchtigten Lord Henry Blackwood. Der Detektiv greift in letzter Sekunde ein und rettet eine junge Frau vor dessen okkultem Opfer. Blackwood wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Vor seiner Hinrichtung warnt er Holmes, dass seine Macht auch nach dem Tod bestehen werde. Kurz darauf wird das Urteil vollstreckt. Dr. John Watson erklärt ihn für tot, da er selbst den Tod überprüft. Während Watson seinen Auszug aus der Baker Street plant, um Mary Morstan zu heiraten, versinkt Holmes in Langeweile und Drogen.
Nach einem Boxkampf taucht Irene Adler auf, Holmes’ einstige Gegnerin, die ihn mit einem neuen Auftrag betraut. Sie bittet ihn, den verschwundenen Kleinwüchsigen Reordan aufzuspüren. Wenig später ruft Scotland Yard Holmes zu Blackwoods Grab, wo ein Zeuge von dessen Wiederkehr berichtet. Als der Sarg geöffnet wird, liegt darin Reordans Leiche. Eine Uhr führt Holmes und Watson zu einem Haus voller chemischer Experimente. Es kommt zu einer wilden Auseinandersetzung, die in einer Explosion endet, bei der ein Schiff in der Themse versinkt. Beide werden festgenommen.
Die Verschwörung des Ordens
Watson kommt dank Mary Morstans Kaution frei, während Holmes durch eine Geheimgesellschaft, den Tempel der vier Orden, aus dem Gefängnis geholt wird. Im Hauptquartier begegnet er Sir Thomas, Innenminister Coward und dem US-Botschafter Standish. Holmes erkennt, dass Thomas Blackwoods Vater ist. Kurz darauf stirbt Thomas in seiner Badewanne, scheinbar auf übernatürliche Weise. Als sich der Orden neu formiert, übernimmt Blackwood die Führung und kündigt einen Plan an, mit dem er durch Macht und Furcht die USA unter britische Kontrolle bringen will. Seine politischen Verbindungen nutzt er über Coward.
Holmes und Watson entdecken in einem Schlachthaus die nächsten Hinweise und geraten erneut in Lebensgefahr. Blackwood versucht Irene Adler zu töten, doch Holmes rettet sie. Während der anschließenden Verfolgung löst Watson eine Sprengfalle aus und wird schwer verletzt. Holmes taucht unter und rekonstruiert Blackwoods Rituale, um dessen Methode zu verstehen. Dabei erkennt er ein Symbolmuster, das auf das britische Parlament deutet. Lestrade verhaftet Holmes zum Schein, um ihn zu Coward zu führen. Der Innenminister will ihn töten, verrät dabei jedoch Blackwoods Plan. Holmes kann fliehen und sucht gemeinsam mit Watson und Adler den Ort des Anschlags.
Unter dem Parlamentsgebäude entdecken sie eine Maschine, die Reordan konstruiert hat. Sie soll über Radiowellen Zyanidgas freisetzen und alle Anwesenden töten. Adler entschärft das Gerät rechtzeitig. Danach flieht sie mit den Zylindern auf die Tower Bridge, wo Holmes sie stellt. Blackwood erscheint, stößt Adler hinab und kämpft mit Holmes über der Themse. Holmes erklärt, wie Blackwood seine angeblichen Wunder inszenierte. Schließlich verheddert sich Blackwood in einer Kette und stirbt. Adler enthüllt, dass Professor Moriarty hinter allem steckt. Holmes erkennt, dass ein noch gefährlicherer Gegner auf ihn wartet.
Filmkritik und Fazit zum Film „Sherlock Holmes“
Der Film „Sherlock Holmes“ präsentiert sich als visuell üppiger Mix aus viktorianischem London und kinetischer Action, bei dem Guy Ritchie seinem Stil treu bleibt. Die Kamera von Philippe Rousselot schafft atmosphärische Tiefe mit düsteren Gassen und spektakulären Settings, während Hans Zimmer’ kraftvoller Score das Tempo antreibt. Robert Downey Jr. und Jude Law überzeugen durch lebhafte Chemie, und besonders Downeys energiegeladener Holmes setzt markante Akzente. Gleichwohl zeigt sich das Drehbuch gelegentlich überladen, und der Stil zelebriert Action so ausgeprägt, dass subtile Krimielemente in den Hintergrund treten.
Ein Schlüsselmoment findet sich auf der halb fertigen Brücke: Holmes’ akrobatischer Sprung vom Geländer, begleitet von schneller Schnittfolge und rumpelnder Themse unter ihm, vermittelt eindrucksvoll, wie die Inszenierung das klassische Detektiv-Genre mit Blockbuster-Spannung verknüpft. Eine weitere Szene zeigt Holmes in Zeitlupe, wie er mitten im Kampf deduktiv mehrere Bewegungen seines Gegners antizipiert – dieser Wechsel zwischen Intellekt und Körperlichkeit illustriert die Kernidee des Films. Beide Szenen verdeutlichen, dass das Werk auf Stil und Dynamik setzt.
„Sherlock Holmes“ richtet sich an Zuschauer, die Dynamik und visuelles Tempo lieben, weniger an Puristen der Vorlage. Der Film überzeugt dort, wo er mutig neu denkt, verliert jedoch etwas Tiefe im Rausch der Bewegung. Trotzdem bleibt er ein eigenständiger, stilsicherer Beitrag zum Mythos Holmes – rau, witzig und präzise inszeniert.

