Thunderbolts*

In „Thunderbolts*“ trifft das Superheldengenre auf politische Instabilität und persönliche Brüche. Der Film verknüpft fragwürdige Machtdynamiken mit übermenschlichen Kräften und stellt dabei ein Team ins Zentrum, das selbst kaum weiß, auf welcher Seite es steht. Die Verbindungen zum Marvel-Kanon bleiben sichtbar, aber die Stimmung wirkt kantiger. Zwischen Krisenkommunikation, Imagepflege und zerbrechenden Loyalitäten entfaltet sich eine Handlung, die weniger auf Glanz, mehr auf Kontrolle setzt. Wie wirkt sich Verantwortung aus, wenn niemand sie wirklich übernehmen will?

Thunderbolts*
Dauer: 127 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Jake Schreier
Produzenten: Kevin Feige
Hauptdarsteller: Florence Pugh, Sebastian Stan, Wyatt Russell
Nebendarsteller: Olga Kurylenko, Geraldine Viswanathan, Wendell Pierce
Studio: Kevin Feige Production
Sprachen: Deutsch, English

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Yelena Belova gerät mit anderen Agenten in eine Mission, die sich rasch als Falle entpuppt. Ein mysteriöser Überlebender wird zur zentralen Figur, während ihre Auftraggeberin um Macht und Einfluss kämpft. Als sich die Realität verformt und das Team sich der eigenen Vergangenheit stellen muss, wächst die Bedrohung über jede Vorstellung hinaus. Doch was geschieht, wenn die Wahrheit stärker ist als jede übermenschliche Kraft?

Besetzung, Drehorte & Infos

Der Film „Thunderbolts*“ erschien am 30. April 2025 in den deutschen Kinos und markiert den Abschluss von Phase Fünf des Marvel Cinematic Universe. Regie führte Jake Schreier, während Eric Pearson und Joanna Calo das Drehbuch verfassten. In den Hauptrollen spielen Florence Pugh als Yelena Belova, Lewis Pullman als Sentry, David Harbour als Red Guardian, Sebastian Stan als Bucky Barnes, Wyatt Russell als U.S. Agent, Hannah John-Kamen als Ghost und Julia Louis-Dreyfus als Valentina Allegra de Fontaine. Die Produktion übernahm Kevin Feige, die Musik stammt vom Trio Son Lux. Für Kamera und Schnitt zeichneten Andrew Droz Palermo sowie Harry Yoon und Angela Catanzaro verantwortlich.

Gedreht wurde der 127 Minuten lange Science-Fiction-Actionfilm unter anderem in Atlanta, Utah und Kuala Lumpur. Die Aufnahmen fanden im IMAX-, ScreenX- und 4DX-Format statt. Florence Pugh übernahm einen riskanten Stunt vom Merdeka 118 eigenhändig. Der finale Kampf zwischen Bob und Void wurde visuell anders inszeniert und nutzt Anleihen an Werke wie „Everything Everywhere All at Once„. Das Budget lag bei rund 180 Millionen US-Dollar. Die Altersfreigabe beträgt FSK 12. Mitte Juni 2024 endeten die Dreharbeiten, Nachdrehs wurden im Dezember desselben Jahres abgeschlossen.

Die Weltpremiere fand am 22. April 2025 in London statt, gefolgt von der US-Premiere am 28. April. Der Film startete weltweit unter dem Titel „Thunderbolts*“ und wurde wenige Tage später offiziell in „The New Avengers“ umbenannt. Die Post-Credit-Szene führt zum kommenden „Fantastic Four“-Film. Bisher spielte der Film weltweit rund 382 Millionen US-Dollar ein – deutlich unterhalb der Gewinnschwelle. Das Soundtrack-Album mit 32 Titeln erschien zeitgleich zum Kinostart bei Hollywood Records.

Inhalt & Handlung vom Film „Thunderbolts*“

In Malaysia vernichtet Yelena Belova im Auftrag von Valentina Allegra de Fontaine ein geheimes Forschungslabor. Ziel der Aktion ist es, Spuren zu verwischen, die de Fontaines Beteiligung an dem umstrittenen Sentry-Projekt belegen könnten. Zeitgleich droht ihr die Absetzung wegen genau dieser Verbindung zur O.X.E.-Gruppe. Um ihre Spuren zu beseitigen, schickt sie Yelena gemeinsam mit John Walker, Ava Starr und Taskmaster zu einem geheimen Stützpunkt. Vor Ort eskaliert die Lage. Ava tötet Taskmaster, bevor die Gruppe auf Bob stößt – einen Mann mit rätselhafter Vergangenheit.

Die Mission entpuppt sich als Falle: Die Agenten sollten mit der Anlage vernichtet werden. Ihnen gelingt jedoch die Flucht. Bob, der eigentlich als tot galt, überlebt mehrere Schüsse unverletzt und schwebt unkontrolliert in die Luft. Nach seinem Absturz wird er gefangen genommen und nach New York in den ehemaligen Avengers Tower gebracht, der jetzt „Watchtower“ heißt. De Fontaine will Bob dort als neuen Helden vorstellen, um ihre Karriere zu retten. Inzwischen hilft Alexei Shostakov, der von den Plänen Wind bekam, Yelena und den anderen zu entkommen. Er nennt die Truppe nach Yelenas Kindheitsteam: Thunderbolts.

Rettung durch Erinnerung

Die Thunderbolts werden von de Fontaines Agenten verfolgt und schließlich von Bucky Barnes gestellt. Statt sie auszuliefern, unterstützt er sie beim Versuch, Bob zu befreien. Im Watchtower stoßen sie auf eine neue Realität: Bob wurde zum übermächtigen Sentry gemacht. Die Gruppe muss sich zurückziehen, denn sie kann ihm nichts entgegensetzen. Als Bob sich übermächtig fühlt, wendet er sich gegen de Fontaine. Ihr Assistent Mel aktiviert eine Art Notbremse. Dadurch tritt Bobs dunkle Seite hervor: der Void. New York versinkt in düsterer Energie.

Während die Stadt im Chaos versinkt, erkennt Yelena, dass sie Bob nur durch seine Erinnerungen erreichen kann. Sie wagt den Schritt in die Dunkelheit, wo sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss. In Bobs Erinnerung begegnet sie ihm als traumatisiertes Kind. Gemeinsam mit den anderen reist sie weiter in Bobs Vergangenheit, zurück nach Malaysia. Dort erlebte er als drogenabhängiger Mann den Beginn seines Sentry-Daseins. Obwohl sie den Void bekämpfen, scheitern sie. Erst durch gegenseitigen Rückhalt schafft es Bob, sich aus der Umklammerung des Void zu befreien und seine Kontrolle zurückzuerlangen.

Nachdem die Bedrohung gebannt ist, stellt sich die Gruppe gegen de Fontaine. Diese dreht den Spieß um, nennt sie öffentlich „die neuen Avengers“ und manipuliert so die Wahrnehmung. Die Thunderbolts spielen mit, aber Yelena warnt sie eindringlich vor einem weiteren Verrat. In der abschließenden Szene beraten sich die neuen Avengers mit Bob. Sie erhalten ein Notsignal aus dem All – es stammt von einem Raumschiff mit einer großen „4“ auf dem Rumpf. Eine neue Herausforderung kündigt sich an.

Filmkritik und Fazit zum Film „Thunderbolts*“

Thunderbolts*“ setzt auf eine bewusst geerdete Erzählweise innerhalb des Marvel-Universums. Der Film rückt ein Team ins Zentrum, das weniger durch Ideale, sondern durch Zwang und Misstrauen zusammenfindet. Florence Pugh führt die Gruppe mit kontrollierter Härte, während Lewis Pullman als Bob zwischen Verletzlichkeit und unkontrollierbarer Macht changiert. Die Handlung entfaltet sich klar strukturiert, ohne sich in Nebenplots zu verlieren, und bleibt über weite Strecken konzentriert auf den inneren Konflikt.

Die visuelle Umsetzung unterstützt diesen Ton mit ruhigen Bildern und gezielten Perspektivwechseln. Vor allem die Sequenzen in Bobs Bewusstsein überzeugen durch atmosphärische Dichte. Die Actionmomente setzen bewusst auf Kontrast und vermeiden Überladung. Statt schneller Schnitte dominieren klare Bewegungen, wodurch der Fokus auf den Figuren bleibt. Auch das Zusammenspiel zwischen digitaler Effektdichte und physischem Schauspiel wirkt sorgfältig ausbalanciert.

Die politische Ebene ergänzt die persönliche Dimension. Die Machtspiele rund um Valentina Allegra de Fontaine schaffen einen glaubhaften Hintergrund für die Eskalation. Dabei entsteht ein Spannungsfeld zwischen persönlicher Verantwortung und öffentlicher Manipulation. Gerade in der finalen Wendung zeigt sich, wie sehr Kontrolle und Image in dieser Welt verschmelzen. Thunderbolts beweist damit erzählerische Konsequenz, ohne den Anspruch, größer sein zu wollen als nötig.

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