Conjuring 4: Das letzte Kapitel

Im zeitgenössischen Horrorkino behauptet „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ seinen Platz, weil das Werk erneut ein Spannungsfeld zwischen familiärer Nähe und übernatürlicher Bedrohung nutzt. Das Genre verlangt oft nach klaren Motiven, doch dieser Film rückt den Umgang mit vergangenen Belastungen in den Vordergrund und bindet vertraute Elemente in ein größeres Kontinuum ein. Durch die Rückkehr markanter Leitmotive entsteht ein Rahmen, der sowohl Kontinuität als auch Entwicklung ermöglicht.

Conjuring 4: Das letzte Kapitel
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Michael Chaves
Produzenten: James Wan, Peter Safran
Hauptdarsteller: Patrick Wilson, Vera Farmiga, Ben Hardy
Nebendarsteller: James Wan, Peter Safran
Studio: Discovery Global Horror
Sprachen: Deutsch, Englisch

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Im Zentrum steht ein Spiegel, der bereits 1964 eine dramatische Situation für die schwangere Lorraine auslöste und später im Haus der Familie Smurl erneut aktiv wird. Während die Erscheinungen eskalieren, ringen Ed und Lorraine trotz persönlicher Einschränkungen um Kontrolle, während Tochter Judy zunehmend stärker in den Fokus der Ereignisse gerät. Wie formt sich aus diesen miteinander verknüpften Ebenen der entscheidende Impuls?

Besetzung, Drehorte & Infos

Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ erschien 2025 als US-amerikanischer Horrorfilm mit einer Laufzeit von 135 Minuten und einer FSK-16-Freigabe. Michael Chaves führte die Regie, während David Leslie Johnson-McGoldrick, Ian Goldberg und Richard Naing das Drehbuch schrieben. Benjamin Wallfisch komponierte die Musik und Eli Born verantwortete die Kamera. Elliot Greenberg und Gregory Plotkin übernahmen den Schnitt, außerdem produzierten James Wan und Peter Safran den Film.

Patrick Wilson spielte erneut Ed Warren, und Orion Smith verkörperte die jüngere Version der Figur. Vera Farmiga übernahm wieder die Rolle von Lorraine Warren, während Madison Lawlor die jüngere Lorraine darstellte. Mia Tomlinson spielte Judy Warren, nachdem sie Sterling Jerins ersetzte. Außerdem wirkten Ben Hardy als Tony Spera, Rebecca Calder als Janet Smurl und Elliot Cowan als Jack Smurl mit. Die Dreharbeiten fanden zwischen September und November 2024 in London statt und begannen am 17. September.

Der Film startete am 4. September 2025 in Deutschland und am 5. September 2025 in den USA, zudem liefen in einigen internationalen Märkten bereits frühere Vorstellungen. Weltweit erreichte „Conjuring 4“ ein Einspielergebnis von 495 Millionen Dollar und stellte in mehreren Ländern beachtliche Rekorde auf.

Inhalt & Handlung vom Film „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“

1964 untersucht Lorraine Warren einen rätselhaften Fall und berührt dabei einen Standspiegel, dessen früherer Besitzer sich erhängt hat. Die Berührung löst schmerzhafte vorzeitige Wehen aus, sodass sie im Krankenhaus um das Leben ihres ungeborenen Kindes kämpfen muss. Das Baby kommt zunächst leblos zur Welt, beginnt jedoch nach einem verzweifelten Gebet wieder zu atmen. In den folgenden Jahren zeigt sich, dass Tochter Judy ähnliche übernatürliche Visionen erlebt, die sie stark verunsichern. Lorraine bringt ihr deshalb einen Reim bei, der die Erscheinungen fernhalten soll. Obwohl er hilft, spürt Judy, dass ihre Fähigkeiten weiterhin tief in ihr wirken.

1986 lebt die Familie Smurl in West Pittston mit mehreren Generationen unter einem Dach. Zur Firmung erhält Tochter Heather jenen Spiegel, der Jahre zuvor Lorraine in Gefahr brachte. Kurz darauf häufen sich seltsame Ereignisse, die die Kinder beunruhigen. Heather und Dawn verstecken den Spiegel, doch beim Zerstören der Scherben erleidet Dawn plötzlich blutige Verletzungen. Da die Kirche Beweise verlangt und ein Umzug unerschwinglich bleibt, sucht die Familie über die Presse nach Hilfe. Die Öffentlichkeit belagert daraufhin das Viertel, während die Smurls zunehmend verzweifeln. Gleichzeitig ziehen sich die Warrens wegen Eds angeschlagener Gesundheit eigentlich aus der aktiven Arbeit zurück.

Konfrontation mit dem Dämon

Pater Gordon besucht die Smurls privat, weil er trotz fehlender Zustimmung der Kirche helfen möchte. Im Haus spürt er eine bedrohliche Präsenz und glaubt, später ein offizielles Einschreiten erwirken zu können. Doch eine übernatürliche Vision im Wartezimmer eines Bischofs stürzt ihn in den Tod. Bei der Beerdigung hat Judy ebenfalls eine erschütternde Vision, als sie den Sarg berührt. Sie fährt daraufhin zu den Smurls, gefolgt von ihren Eltern und Tony. Judy überzeugt Ed und Lorraine schließlich, zu bleiben, weil die Familie dringend Hilfe braucht. Die Situation im Haus spitzt sich weiter zu, während die Erscheinungen zunehmend aggressiver auftreten.

Lorraine erkennt, dass mehrere Geister im Haus gefangen sind, jedoch von einer stärkeren Macht manipuliert werden. Judy entdeckt den Spiegel auf dem Dachboden, und Lorraine begreift, dass der Dämon ihr jahrzehntelang gefolgt ist. Ein Versuch, den Spiegel aus dem Haus zu schaffen, scheitert. Der Dämon nimmt Besitz von Judy und zwingt sie, sich zu erhängen, doch Ed schneidet das Seil rechtzeitig durch. Nachdem die Smurls endlich fliehen, richtet sich die Gewalt gegen die Warrens. Während Tony und Ed versuchen, den Spiegel zu kontrollieren, kämpft Lorraine darum, Judys Fähigkeiten richtig einzusetzen und die Kontrolle zurückzugewinnen.

Judy erkennt schließlich, dass sie ihre Visionen nicht länger verdrängen darf. Gemeinsam stellen sich die drei Warrens dem Dämon, überwinden ihn mit vereinten Kräften und reinigen das Haus endgültig. Anschließend sperren Ed und Tony den Spiegel im Keller des Warren-Hauses ein, damit niemand erneut in Gefahr gerät. Einige Zeit später findet Judys Hochzeit statt, bei der frühere Klienten der Familie erscheinen. Die Feier markiert für alle einen Neubeginn. Lorraine erzählt Ed von einer Vision ihrer gemeinsamen Zukunft, in der sie weiter Familien unterstützen, miteinander alt werden und schließlich ein Buch über ihre Erlebnisse veröffentlichen.

Filmkritik und Fazit zum Film „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“

Der Film „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ setzt stark auf vertraute Stärken, doch er nutzt sie klüger als erwartet. Michael Chaves liefert sauberen Grusel, weil er klassische Spukmuster handwerklich präzise variiert. Zwar überrascht er selten, aber er erzeugt Stimmung durch kontrollierte Spannung statt hektischen Effekten. Patrick Wilson und Vera Farmiga tragen das Geschehen erneut mit spürbarer Präsenz, wodurch sich selbst schwächere Passagen fangen. Die emotionale Linie wirkt dadurch zwar breit, jedoch oft wirkungsvoll, weil sie die Geschichte erdet.

Trotzdem drückt die Länge den Rhythmus, denn der Film verzettelt sich mit parallelen Handlungssträngen. Zwar erzählen beide Stränge viel über die Figuren, aber sie bremsen den Horror spürbar. Die Struktur verteilt die Intensität dadurch ungleich, weshalb manche Szenen verpuffen. Dennoch gelingt es Chaves, die wichtigsten Momente klar zu setzen und die Atmosphäre stabil zu halten. Er kombiniert klassisches Spukinventar geschickt, wodurch der Film trotz bekannter Motive funktioniert.

Schließlich überzeugt das Finale weniger, weil es zu laut und zu hastig endet. Zwar steigert es die Energie, aber es verliert damit an Präzision. Trotzdem bleibt der Gesamteindruck positiv, denn der Film respektiert seine Figuren und nutzt sein Universum sinnvoll. So entsteht ein versöhnlicher Abschluss, der zwar Ecken zeigt, aber dennoch unterhält.

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