Eddington

Die Pandemie-Jahre erzeugten Brüche, die sich tief in Debatten, Rituale und Machtgefüge einschrieben, weshalb „Eddington“ als Hybrid aus gesellschaftlichem Druckbild und politischer Zuspitzung wirkt. Das Werk nutzt vertraute Konfliktlinien, doch es führt sie in eine Kleinstadt, deren Alltag von Misstrauen und verhärteten Positionen geprägt erscheint. Ein Gefüge aus privaten Spannungen und struktureller Unsicherheit formt eine Atmosphäre, in der jede Entscheidung weit über den unmittelbaren Moment hinausweist.

Eddington
Dauer: 145 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Ari Aster
Produzenten: Ari Aster, Lars Knudsen
Hauptdarsteller: Pedro Pascal, Joaquin Phoenix, Emma Stone
Nebendarsteller: Austin Butler, Deirdre O’Connell, Luke Grimes
Studio: A24, 828 Productions, IPR.VC, Square Peg
Sprachen: Deutsch, Englisch

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Während die Lage eskaliert, setzt Bürgermeister Ted Garcia strenge Maßnahmen durch, worauf Sheriff Joe Cross mit offener Ablehnung reagiert, obwohl sein privates Umfeld zusätzlich belastet. Louise und Dawn steigern eigene Ängste, während Vernons Auftauchen neue Dynamiken erzeugt. Politische Rivalität kippt in Gewalt, da Joe falsche Anschuldigungen erhebt und schließlich tödliche Handlungen verschleiert. Parallel operieren schwer bewaffnete Gruppen, die Chaos verstärken, bis mehrere Figuren schwer getroffen zurückbleiben. Wie lange lässt sich eine solche Stadt noch zusammenhalten?

Besetzung, Drehorte & Infos

Ari Aster inszeniert „Eddington“ als schwarze Komödie und modernen Horror-Western, schreibt zudem das Drehbuch und produziert gemeinsam mit Lars Knudsen. Die Kamera führt Darius Khondji, während Bobby Krlic und Daniel Pemberton die Musik komponieren. Lucian Johnston übernimmt den Schnitt. Pedro Pascal spielt Ted Garcia, Joaquin Phoenix verkörpert Joe Cross, Emma Stone tritt als Louise Cross auf und Austin Butler agiert als Vernon Jefferson Peak. Zudem wirken Deirdre O’Connell als Dawn, Luke Grimes als Guy und Clifton Collins Jr. als Lodge mit.

Die Dreharbeiten finden von März bis Mai 2024 in Albuquerque sowie in Truth or Consequences in New Mexico statt. Der Film erscheint 2025, dauert 145 Minuten und trägt die FSK-16-Freigabe. Er feiert am 16. Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes Premiere und konkurriert dort um die Goldene Palme. Anschließend eröffnet er das Fantasia International Film Festival und läuft im Juli 2025 in den USA an. Weitere Festivalstationen bilden Neuchâtel, Perth und Tokio, bevor der deutsche Kinostart am 20. November 2025 folgt.

Inhalt & Handlung vom Film „Eddington“

Ende Mai 2020 verhängt Bürgermeister Ted Garcia in Eddington einen Lockdown und setzt Maskenpflicht durch, während die Pandemie eskaliert. Sheriff Joe Cross widerspricht entschieden, da er persönliche Freiheit betont. Louise lebt mit Joe und zeigt starke emotionale Instabilität, doch Dawn verstärkt die Spannungen durch radikale Verschwörungstheorien. Joe gerät wiederholt mit Ted aneinander, obwohl dieser ein datenorientiertes Programm verfolgt. Schließlich kandidiert Joe selbst, jedoch ohne Zustimmung der zurückgezogenen Louise. Er holt sich Unterstützung von Guy und Michael. Währenddessen formt sich politischer Druck, weil die Lage eskaliert und mehrere Gruppen um Einfluss ringen. So entsteht rasch ein erbitterter lokaler Konflikt für alle.

Louise und Dawn laden Vernon Jefferson Peak zu einem Abendessen ein, wodurch ihre extremen Überzeugungen sichtbar werden. Die Gespräche drehen sich um düstere Erzählungen, während Louise andeutet, dass ihr Vater sie missbrauchte. Joe lehnt Vernons Geschichten ab und stellt dessen Erinnerungen infrage. Zugleich engagieren sich Ted Garcias Sohn Eric, Brian und Sarah in Protesten, doch Sarah überzeugt Michael nicht. Joe behauptet später öffentlich, Ted habe Louise verletzt. Sie widerspricht online und reist mit Vernon ab. Anschließend provoziert Joe eine Auseinandersetzung, bei der Ted ihn ohrfeigt. Dieser Moment verstärkt Joes wachsende Verbitterung spürbar und erschüttert sein politisches Umfeld in hohem Maße.

Konfrontation und Zerfall

In einem Zustand tiefer Verwirrung erschießt Joe einen Obdachlosen und versteckt die Leiche im Fluss. Danach tötet er Ted und Eric per Scharfschuss und tarnt die Tat als Angriff radikaler Gruppen. Gleichzeitig nähert sich ein Privatjet mit bewaffneten Söldnern der Stadt. Butterfly Jimenez untersucht die Schüsse, weil Joe auf Pueblo-Gebiet feuerte. Joe lenkt den Verdacht ab, indem er Michael beschuldigt und festsetzt. Doch Butterfly erkennt widersprüchliche Spuren. Kurz darauf greifen maskierte Angreifer Eddington an und entfachen Feuer. Die Täter entführen Michael und fliehen, während die Lage chaotisch eskaliert. So steigt die Bedrohung für alle Beteiligten mit jedem neuen Schritt weiter.

Joe und Guy finden Michael im Wüstengebiet, doch eine versteckte Sprengladung explodiert sofort. Die Detonation tötet Guy und verletzt Michael schwer. Danach flieht Joe zurück nach Eddington, während Scharfschützen ihn verfolgen. Er entkommt durch das Gelände und bricht schließlich in ein Waffengeschäft ein. Dort bewaffnet er sich hastig und schießt unkontrolliert, wobei er Butterflys Bein abtrennt. Ein Schuss eines Snipers tötet Butterfly kurz darauf. Joe gerät zunehmend in Panik, doch Söldner stellen ihn. Einer sticht ihm in den Kopf und verursacht massive Hirnschäden, bevor Brian eingreift und den Angreifer erschießt. So endet der Kampf für Joe in tiefer Dunkelheit abrupt.

Ein Jahr später hat Brian durch das Video seines Eingreifens großen Einfluss gewonnen. Joe sitzt nun als gewählter Bürgermeister im Rollstuhl und wirkt schwer gezeichnet. Dawn übernimmt seine Pflege und tritt häufig öffentlich für ihn auf. Gemeinsam beobachten beide die Einweihung des neuen Rechenzentrums und verfolgen Berichte über Vernon und die schwangere Louise. Michael arbeitet inzwischen als Undersheriff und übt regelmäßig Schießen am Stadtrand. Diese Entwicklungen zeigen weitreichende Folgen, denn jede Figur kämpft weiterhin mit den Ereignissen. So bleibt Eddington ein Ort, der von Gewalt, Misstrauen und politischen Konflikten geprägt erscheint und kaum eine Aussicht auf rasche Entspannung erkennen lässt.

Filmkritik und Fazit zum Film „Eddington“

Aster führt „Eddington“ mit spürbarer Lust an Reibung und Risiko, während er die Kleinstadt als politisches Versuchslabor nutzt. Obwohl der Film gelegentlich zu viele Themen anreißt, überzeugt er mit präzisem Timing und starken Figuren. Phoenix trägt das Chaos mühelos, doch Pascal gibt dem Gegenpol klare Konturen. Beide prägen die Energie des Films entscheidend. Aster jongliert Satire und Western-Elemente geschickt, auch wenn manche Spitzen plakativer wirken als nötig. Trotzdem entfaltet sich ein Werk, das Mut zeigt und konsequent provoziert.

Zudem steigert Aster die Spannung ab dem zweiten Akt erheblich, sodass die Eskalation zwingend wirkt. Der Humor trifft häufig, obwohl einzelne Pointen schwächer bleiben. Dennoch entsteht ein faszinierender Rhythmus, der politische Gräben sichtbar macht, ohne sich in ihnen zu verlieren. Aster überzeichnet bewusst, doch er verliert den Kern nicht aus den Augen. Diese Mischung erzeugt einen Sog, der das Publikum fordert und zugleich unterhält. Gerade die Dynamik zwischen persönlicher Kränkung und gesellschaftlichem Druck verleiht der Erzählung starken Antrieb.

Schließlich liefert Eddington eindrucksvolle Bilder, die sich kraftvoll ins Gedächtnis brennen. Aster scheut keinerlei Bruch und nutzt Extreme, um Orientierungslosigkeit als Stilmittel zu etablieren. Zwar überfrachtet er das Finale etwas, jedoch bleibt das Ergebnis intensiv und erstaunlich konzentriert. Phoenix’ Spiel hält den Film zusammen, während die Inszenierung immer wieder neue Reibungsflächen erzeugt. So entsteht ein herausfordernder, aber lohnenswerter Film, der Ansprüche stellt und zugleich überraschend treffsicher bleibt.

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