Trumbo

Hollywood in den späten vierziger Jahren, ein Beruf im Schatten, ein politisches Klima im Umschwung. „Trumbo“ erzählt vom Drehbuchautor Dalton Trumbo und von einer Liste, die Karrieren beendete. Jay Roach inszenierte das biografische Drama 2015 nach einem Buch von John McNamara. Grundlage war die Biografie, die Bruce Alexander Cook über Trumbo verfasste. Die Premiere fand am 12. September 2015 beim Toronto International Film Festival statt, in der Reihe Special Presentations. Das Budget lag bei 15 Millionen US-Dollar. Der US-Kinostart folgte am 6. November 2015.

Trumbo [dt./OV]
Dauer: 124 Min.
FSK: ab 6 Jahren
Jahr:
Regie: Jay Roach
Produzenten: Michael London, Janice Williams
Hauptdarsteller: Louis C.K., Dean O'Gorman, Helen Mirren
Nebendarsteller: Adewale Akinnuoye-Agbaje, Christian Berkel, Roger Bart
Studio: Bleecker Street
Sprachen: Deutsch, English

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Bryan Cranston spielt die Titelfigur, Diane Lane seine Frau Cleo. Helen Mirren verkörpert die Klatschkolumnistin Hedda Hopper, John Goodman einen Produzenten am Rand des Studiosystems. 124 Minuten dauert der Film, die FSK gab ihn ab sechs Jahren frei. Theodore Shapiro schrieb die Musik, Jim Denault führte die Kamera. In Deutschland kam der Film am 10. März 2016 in die Kinos. Was ist ein Name wert, wenn er auf keinem Vorspann mehr stehen darf?

Besetzung, Drehorte & Infos

Das biografische Filmdrama „Trumbo“ entstand 2015 in den Vereinigten Staaten und trägt im Original denselben Titel. Regie führte Jay Roach, das Drehbuch schrieb John McNamara nach der Biografie von Bruce Alexander Cook. Die Musik komponierte Theodore Shapiro. Jim Denault stand hinter der Kamera, den Schnitt besorgte Alan Baumgarten. Die Dreharbeiten liefen vom 5. September bis zum 6. November 2014. Das Budget betrug 15 Millionen US-Dollar, den Vertrieb übernahm Bleecker Street. Die Handlung spielt in den vierziger und fünfziger Jahren in Hollywood.

Bryan Cranston übernahm die Rolle des Dalton Trumbo. Bereits am 18. September 2013 bestätigte er sein Engagement für den Film. Neben ihm stehen Diane Lane, Helen Mirren, Louis C.K. und Elle Fanning vor der Kamera. John Goodman, Michael Stuhlbarg und Alan Tudyk vervollständigen das Ensemble. Für seine Darstellung erhielt Cranston Nominierungen bei den Oscars, den Golden Globes, den British Academy Film Awards, den Critics‘ Choice Movie Awards und den Screen Actors Guild Awards. Helen Mirren wurde dreimal als beste Nebendarstellerin nominiert.

Die Laufzeit beträgt 124 Minuten, die FSK gab den Film ab sechs Jahren frei. Am 6. November 2015 lief er in ausgesuchten US-Kinos an, am 25. November folgte der landesweite Start. Auch das Schauspielensemble war zweimal nominiert. Kritisiert wurden historische Ungenauigkeiten. So stellt der Film Edward G. Robinson als jemanden dar, der Trumbo vor dem Komitee als Kommunisten bloßstellt, was der Realität nicht entspricht. Auch Trumbos Nähe zu Stalin und Kim Il-sung bleibt weitgehend ausgespart.

Inhalt & Handlung vom Film „Trumbo“

Dalton Trumbo gehört in den vierziger Jahren zu Hollywoods begabtesten Drehbuchautoren. Doch mit dem Kalten Krieg wird seine Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei der USA zum Problem. So machen die Kolumnistin Hedda Hopper und Schauspieler John Wayne Stimmung gegen ihn. Zudem wird Trumbo als einer der Hollywood Ten vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe geladen, das kommunistische Propaganda in Hollywood-Filmen untersucht. Die Zehn verweigern jedoch eine direkte Aussage und hoffen darauf, dass der Oberste Gerichtshof ihre Verurteilung wegen Missachtung des Kongresses aufheben wird. Doch entgegen ihrer Erwartungen geht diese Rechnung letztlich nicht auf.

Ein konservativerer Richter am Obersten Gerichtshof lässt unterdessen die erhoffte Rückendeckung schwinden. Daraufhin erhalten die Hollywood Ten Freiheitsstrafen und landen zusammen mit anderen Filmschaffenden auf der Hollywood Blacklist. Arbeitgeber verweigern ihnen deshalb jede Anstellung, sodass Trumbo nach seiner Haft in finanzielle Not gerät. Um dennoch Geld zu verdienen, überlässt er sein Drehbuch für Ein Herz und eine Krone seinem Freund Ian McLellan Hunter. Dieser verkauft es unter eigenem Namen und beteiligt Trumbo zugleich am Erlös. Später nimmt Hunter dafür sogar den Oscar für die beste Originalgeschichte entgegen, während der eigentliche Autor weiterhin unerwähnt bleibt.

Schreiben unter fremdem Namen

Trumbo verkauft daraufhin sein Haus am See und zieht mit seiner Familie in die Innenstadt. Dort schreibt er unter Pseudonymen für die auf Low-Budget-Filme spezialisierten King Brothers Productions. Dabei helfen ihm seine Frau Cleo und die Kinder. Weil die Arbeit jedoch zunehmend den Familienalltag beherrscht, entstehen Konflikte. Roter Staub, für den Trumbo unter falschem Namen schreibt, gewinnt zwar einen Oscar, doch entgegennehmen kann er ihn nicht. Gleichzeitig versucht Hedda Hopper vergeblich, seine Entlassung durchzusetzen. Während außerdem die Gerüchte über seine Arbeit als Ghostwriter zunehmen, schweigt Trumbo weiterhin dazu.

1960 kommt schließlich die Wende: Kirk Douglas engagiert Trumbo für das Drehbuch zu Spartacus, während Otto Preminger ihn mit Exodus beauftragt. Zwar versucht Hopper erneut, seine Entlassung zu erzwingen, doch ihr Einfluss reicht inzwischen nicht mehr. So nennen beide Filme Trumbo im Vorspann erstmals seit Jahren unter seinem eigenen Namen. Dadurch verliert die Blacklist zunehmend ihre Wirkung. Als sich zudem der neu gewählte Präsident John F. Kennedy öffentlich für Spartacus ausspricht, schwindet ihre Drohkraft weiter. Damit können Trumbo und andere Betroffene ihre Karrieren schließlich wieder aufbauen.

Zehn Jahre später hat Trumbo schließlich die ihm zustehenden Auszeichnungen erhalten. In einer öffentlichen Rede zieht er nun Bilanz über die Blacklist: Sieger habe es dabei keine gegeben. Vielmehr seien sowohl jene zu Opfern geworden, die an ihren Grundsätzen festhielten und deshalb ihre Arbeit verloren, als auch jene, die ihre Überzeugungen für ihren Beruf aufgaben. Der Film endet mit dieser Rede und verzichtet dabei auf einen triumphalen Abschluss. So bleibt die Erinnerung an eine Branche zurück, die ihre eigenen Leute ausschloss, während Trumbo dennoch unter falschen Namen weiter Filmgeschichte schrieb.

Filmkritik und Fazit zum Film „Trumbo“

Jay Roach wählt einen leichten Tonfall, wo man ein schweres Drama erwarten würde. „Trumbo“ erzählt eine Verfolgungsgeschichte mit Pointen, was die Härte des Themas manchmal abfedert und manchmal verdeckt. Bryan Cranston spielt den Autor als Mann, der seine Prinzipien wie Werkzeug behandelt, präzise in der Sache und schroff im Umgang. Helen Mirren gibt der Kolumnistin eine gute Laune, die ihre Bosheit erst richtig unangenehm macht. Jim Denaults Kamera bleibt konventionell und verlässt sich auf Ausstattung und Kostüm. Theodore Shapiros Musik unterstreicht die Epoche, ohne sie zu kommentieren. John McNamaras Drehbuch reiht Stationen aneinander, wo eine Zuspitzung mehr Kraft hätte.

Das Tempo trägt 124 Minuten, verliert im Mittelteil aber an Zug. Zwei Szenen bleiben haften. Die Anhörung vor dem Komitee, in der Schweigen zur einzigen verfügbaren Antwort wird, gehört zu den stärksten Passagen. Ebenso die Sequenzen, in denen eine ganze Familie am Küchentisch Manuskripte sortiert und die Arbeit des Vaters jede Privatsphäre auffrisst. Die politische Substanz bleibt dagegen dünn. Was Trumbo am Kommunismus gefunden hat, erfährt man kaum, seine Nähe zu Stalin bleibt unerwähnt. Der Film verhandelt Zensur, ohne die Überzeugung zu prüfen, um die es ging.

Wer sich für die Geschichte Hollywoods und ihre dunklen Kapitel interessiert, findet hier einen gut gebauten Einstieg. Bryan Cranston allein rechtfertigt die Sichtung, seine Oscar-Nominierung ist nachvollziehbar. Freunde des Historiendramas sollten wissen, dass der Film Fakten zugunsten der Dramaturgie verschiebt. Als Porträt eines Berufsstands, der selten im Bild vorkommt, funktioniert er ausgezeichnet. Die Freigabe ab sechs Jahren macht ihn auch für den Geschichtsunterricht brauchbar. Tiefe Auseinandersetzung mit der Ideologie sucht man an anderer Stelle.