28 Years Later: The Bone Temple

Das Wut-Virus hat England seit fast drei Jahrzehnten aus der Zivilisation herausgelöst. Was von der Insel übrig ist, gehört denen, die sich neue Regeln geben. „28 Years Later: The Bone Temple“ setzt genau dort an. Nia DaCosta übernimmt die Regie von Danny Boyle, das Drehbuch stammt erneut von Alex Garland. Der Film wurde gemeinsam mit seinem Vorgänger gedreht und ist der vierte Teil der Reihe. Im Zentrum stehen weniger die Infizierten als die Überlebenden. Die Apokalypse hat längst eigene Kulte hervorgebracht.

28 Years Later: The Bone Temple
Dauer: 109 Min.
FSK: ab 18 Jahren
Jahr:
Regie: Nia DaCosta
Produzenten: Andrew Macdonald, Alex Garland, Peter Rice
Hauptdarsteller: Ralph Fiennes, Jack O'Connell, Alfie Williams
Nebendarsteller: Erin Kellyman, Chi Lewis-Parry, Ghazi Al Ruffai
Studio: Discovery Global Horror
Sprachen: Deutsch, English

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Die isländische Oscar-Preisträgerin Hildur Guðnadóttir schrieb die Musik, Sean Bobbitt führte die Kamera. Gedreht wurde in County Durham, Northumberland und im Ennerdale-Tal des Lake District. Für beide Filme zusammen standen rund 75 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Die FSK gab das Ergebnis ab achtzehn Jahren frei, und diese Einstufung überrascht keine Sekunde. Ein dritter Teil ist seit Dezember 2025 offiziell in der Entwicklung. Wie viel Menschlichkeit bleibt einer Gesellschaft, die nur noch den Ausnahmezustand kennt?

Besetzung, Drehorte & Infos

Der Endzeit-Thriller „28 Years Later: The Bone Temple“ entstand als britisch-US-amerikanische Koproduktion. Regie führte Nia DaCosta, das Drehbuch schrieb Alex Garland. Die Kamera lag bei Sean Bobbitt, den Schnitt besorgte Jake Roberts. Hildur Guðnadóttir komponierte die Filmmusik. Als Produzenten fungierten Danny Boyle, Alex Garland, Andrew Macdonald, Peter Rice und Bernard Bellew. Im Bieterwettstreit um die Rechte an den Fortsetzungen setzte sich Sony gegen Warner Bros. durch. Die deutsche Synchronisation entstand bei Iyuno Germany, Dialogbuch und Dialogregie verantwortete Elisabeth von Molo.

Alfie Williams kehrt als Spike zurück, Ralph Fiennes erneut als früherer Arzt Dr. Ian Kelson. Jack O’Connell hatte am Ende des Vorgängers nur einen Kurzauftritt als Ganganführer Jimmy Crystal. Für The Bone Temple wurde diese Rolle erheblich ausgebaut und ins Zentrum gerückt. Chi Lewis-Parry verkörpert wieder den Alpha-Infizierten Samson. Cillian Murphy nimmt für das Filmende seine Figur Jim aus 28 Days Later wieder auf. Zum Ensemble gehören außerdem Emma Laird, Erin Kellyman, Maura Bird, Robert Rhodes und Sam Locke.

Die Dreharbeiten begannen Mitte August 2024, direkt nach Abschluss der Produktion von 28 Years Later. Zu den Drehorten zählten die Grafschaften County Durham und Northumberland. Hinzu kam das Ennerdale-Tal im Lake District. Produktionsländer sind das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten. Die Laufzeit beträgt 109 Minuten, die FSK vergab eine Freigabe ab achtzehn Jahren. Ein erster Trailer erschien am 3. September 2025. Danny Boyle hatte die Reihe als Auftakt einer neuen Trilogie angekündigt, deren dritter Teil im Dezember 2025 grünes Licht erhielt.

Inhalt & Handlung vom Film „28 Years Later: The Bone Temple“

Spike wird von den Fingern gerettet, einer Bande unter dem selbsternannten Sir Lord Jimmy Crystal. Dabei verehrt der Anführer Satan und regiert seine Gruppe mithilfe verschiedener Rituale. Als Aufnahmeprüfung muss Spike zunächst in einem Todeskampf Jimmy Shite töten, bevor er anschließend den Namen Jimmy erhält, wie alle anderen Mitglieder auch. Zu ihnen zählen sowohl der etwas mitfühlende Jimmy Ink als auch die sadistische Jimmima. Fernab davon baut Dr. Ian Kelson währenddessen weiter am Knochentempel, einem Beinhaus für die Toten der Epidemie. Seine Haut überzieht er dabei mit Jodlösung, um sich vor dem Virus zu schützen. Gleichzeitig sucht ihn der Alpha-Infizierte Samson immer wieder auf, wobei Kelson schließlich erkennt, dass Samson vom Morphium seines Blasrohrs abhängig wird und sich deshalb absichtlich betäuben lässt.

Daraufhin hören die Angriffe auf, sodass zwischen beiden allmählich eine Verbindung entsteht und Samsons Menschlichkeit zumindest in Ansätzen zurückkehrt. Unterdessen überfallen die Finger einen Hof, auf dem Überlebende leben, darunter Tom und seine schwangere Partnerin Cathy. Währenddessen erblickt Jimmy Ink aus der Ferne den Knochentempel und sieht Kelson mit Samson tanzen. Cathy versteckt sich derweil in der Scheune, während Sir Jimmy befiehlt, die Gefangenen bei lebendigem Leib zu häuten. Das Opfer gilt Old Nick, da der Anführer sich für einen Sohn des Teufels hält. Gleichzeitig gehen Kelson die Beruhigungsmittel aus, weshalb er Samsons Einschläferung vorbereitet. Doch dann spricht der Alpha sein erstes Wort: Mond. Der Arzt sieht darin wiederum einen Hinweis darauf, dass das Wut-Virus behandelbar sein könnte. Zugleich zweifelt Jimmy Ink zunehmend an ihrem Anführer und nimmt deshalb Spike in Schutz.

Zwei Wege durch die Apokalypse

Sir Jimmy bietet Tom einen Platz in der Bande an, falls er einen Todeskampf gegen eines ihrer Mitglieder gewinnt. Gegen Jimmima hat Tom jedoch keine Chance, weshalb Cathy ihre Deckung aufgibt und die Angreiferin tötet. Daraufhin setzt Tom die Scheune mit einer Propangasflasche in Brand, reißt einen Finger mit in den Tod und stirbt selbst. Anschließend soll Spike Cathy einfangen. Traumatisiert bittet er sie, ihn mitzunehmen, doch sie misstraut ihm und flieht allein. Die Bande ist inzwischen stark dezimiert, während die Stimmung kippt und Sir Jimmy Spike mit dem Tod droht.

Am Knochentempel trifft Sir Jimmy Kelson allein und verlangt, dass der Arzt den Teufel spielt, um seine Herrschaft über die Finger zu bestätigen. Als Spike am nächsten Morgen das Lager verlassen will, stellt sich ihm Jimmy Fox entgegen, der Jimmy Shite rächen will. Ink tötet Fox und bringt Spike zurück. Unterdessen fürchtet Kelson um seine Forschung und verabreicht Samson vorzeitig einen Cocktail aus Antipsychotika. Seine Theorie lautet, dass das Wut-Virus die extreme Aggression durch psychotische Halluzinationen auslöst. Tatsächlich klart Samson kurzzeitig auf. In einem verlassenen Zug wird er von einer Kindheitserinnerung eingeholt, bevor er angreifende Infizierte tötet.

In der Nacht erfüllt Kelson Jimmys Forderung und inszeniert sich unter Pyrotechnik und Halluzinogenen als Satan. Als er Spike erkennt, wendet er sich gegen Sir Jimmy und lässt ihn kreuzigen. Jimmy kann sich jedoch befreien und sticht Kelson nieder. Während Ink in Notwehr die letzten Finger tötet, ersticht Spike Sir Jimmy und bleibt beim sterbenden Kelson. Ink, die eigentlich Kellie heißt, verlässt anschließend mit Spike den Ort. Kurz darauf erscheint Samson, erkennt Kelson wieder und trägt den Toten fort. Später werden Spike und Kellie von Infizierten verfolgt. Jim und seine Tochter Sam beobachten sie und eilen schließlich zu Hilfe.

Filmkritik und Fazit zum Film „28 Years Later: The Bone Temple“

Nia DaCosta führt zwei Erzählstränge parallel und lässt sie erst spät zusammenlaufen. „28 Years Later: The Bone Temple“ verzichtet dabei auf die formalen Brüche des Vorgängers. Sean Bobbitts Kamera hält die Landschaft kühl und weit, ohne sie zu romantisieren. Ralph Fiennes spielt Kelson fast vollständig aus der Zurückhaltung heraus, mit sparsamer Gestik. Jack O’Connell gibt seinem Sektenführer eine Grellheit, die zwischen Komik und Grauen kippt. Alfie Williams trägt die Perspektive des Jungen und wächst spürbar in die Hauptrolle hinein. Alex Garlands Drehbuch traut sich, die Infizierten in den Hintergrund zu rücken.

Das Tempo ist ruhiger, als der Titel vermuten lässt. Über weite Strecken interessiert sich der Film mehr für Verhältnisse als für Verfolgungsjagden. Hildur Guðnadóttirs Musik arbeitet mit Flächen, gegen die der Einsatz von Heavy Metal umso härter schlägt. Das Sounddesign schiebt moderne Geräusche in die Naturkulisse und irritiert damit gezielt. Die Szene am Knochentempel, in der ein Arzt und ein Infizierter miteinander tanzen, gehört zu den seltsamsten Bildern des Kinojahres. Die Gewaltdarstellung ist drastisch und über die Freigabe ab achtzehn Jahren hinaus schwer erträglich. Wer viel Zombie-Action erwartet, sieht sich hier getäuscht.

Für Freunde des Endzeit-Thrillers ist dieser Film ein harter, kompromissloser Brocken. Wer die Reihe seit 28 Days Later verfolgt, findet hier ihre bislang konsequenteste Zuspitzung. Zartbesaitete Zuschauer sollten die Freigabe ab achtzehn Jahren wörtlich nehmen. Getragen wird die Sache von Ralph Fiennes und Jack O’Connell, deren Gegensatz den Film zusammenhält. Wer Horror sucht, der von Menschen ausgeht, kommt an diesen 109 Minuten kaum vorbei. Auf den dritten Teil darf man gespannt sein.