Antikörper

In Berlin wird bei einem Polizeieinsatz der pädophile Serienkiller Engels festgesetzt, der 13 Knaben ermordet haben soll. Im Dorf Herzbach, in dem der Dorfpolizist Martens mit seiner Familie lebt, erfährt man von der Festnahme des Psychopathen.

Antikörper
Dauer: 122 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Christian Alvart
Produzenten: Boris Schönfelder
Hauptdarsteller: Wotan Wilke Möhring, André Hennicke, Heinz Hoenig
Nebendarsteller: Ulrike Krumbiegel , Nina Proll , Hauke Diekamp , Laura Alberta Szalski , Norman Reedus
Studio: MedienKontor Movie
Sprachen: Deutsch

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Da Vermutungen nahe liegen, dass Engel die 12jährige Lucia getötet haben könnte, reist der Polizist nach Berlin, um Engels, der schweigt, zu verhören. Tatsächlich bringt er ihn zum Reden, doch der Serienmörder weiß geschickt Martens zu manipulieren und den Verdacht des Mordes an der kleinen Lucie auf seinen Sohn, der schwer erziehbar ist, zu lenken. Ein spannendes Psychoduell zwischen Gut und Böse beginnt.

Antikörper – Besetzung, Drehorte & Infos zum Film

Mit „Antikörper„, dem ersten Kinofilm von Christian Alvart, gelang dem aus zahlreichen TV-Filmen bekannten Regisseur und Drehbuchautor, der internationale Durchbruch in der Filmbranche. So drehte er beispielsweise in Hollywood mit Rene Zellweger den Thriller „Case 39“, der sich erfolgreich verkaufte.

In den Hauptrollen brillieren Wotan Wilke Möhring und Andre M. Hennicke. Besonders Hennicke, ein charakterstarker Darsteller, unter anderem bekannt aus „Sophie Scholl-Die letzten Tage“ beschäftigte sich intensiv mit dem Thema der Serienmörder. Die Produktion leiteten Theodor Baltz und Rainer Kölmel. Für die musikalische Untermalung sorgte Michl Britsch und die Kameraführung war Hagen Bogdanski unterstellt. Die Bilder für den Film stellte der Maler Jan Saße zur Verfügung.

In den deutschen Kinos erschien „Antikörper“ am 7. Juli 2005, mit einer Länge von 127 Minuten und einer Altersfreigabe von 16 Jahren. Bei dem in Deutschland gedrehten Film sind neben Berlin auch die Wälder im Nationalpark Harz und Braunlage zu sehen.

Inhalt & Handlung vom Film „Antikörper“

Im Vorspann des Thrillers: Ein Polizeiauto fährt zu einem Berliner Hinterhof, zwei Polizisten stürmen die Treppe hinauf, als ihnen eine Frau den Weg zu einer Wohnung weist, aus der sie Schreie hörte. Bei einem Schusswechsel stirbt ein Polizist, bevor das SEK den Serienmörder überwältigen kann.

Herzblut, „Ein fröhlicher Ort“. In dem idyllischen Dorf lebt der streng gläubige Polizist Martens mit seiner Frau und den zwei Kindern. Immer wieder gerät er mit seinem Schwiegervater in Konflikt, da er sich seiner Meinung nach zu wenig um seine Familie kümmert. Besonders sein Sohn Christian bereitet Probleme, seit seine Freundin Lucie unter mysteriösen Umständen ermordet wurde. Auch das gesamte Dorfleben wird von dieser Tat überschattet, da jeder der Täter sein könnte. Als er von einem Jagdausflug zurückkommt, erfährt er von der Verhaftung Gabriel Engels in Berlin, der vermutlich auch für den Tod der 12jährigen verantwortlich sein könnte. Michael Martens fasst den Entschluss nach Berlin zu reisen.

Während Kommissar Seibert seinen Erfolg zur Ergreifung des Serienmörders feiert, stößt er bei der Befragung von Engels schnell an seine Grenzen. Der pädophile Mörder gesteht zwar die Tötung der Jungen, verneint allerdings vehement das Mädchen getötet zu haben. Als sie bei weiteren Verhören nur Schweigen ernten, nehmen sie das Angebot Mertens an, ihnen bei der Befragung zu helfen.

Als der Dorfpolizist Engels Hochsicherheitstrakt mit den Kommissaren betritt, sieht er sich in einer bizarren Situation gegenüber. Ein im Rollstuhl sitzender Mörder, der ihn mit irrem Blick und den Worten begrüßt: „Wen hast du erwartet? Hannibal Lecter?“ Allein gelassen mit Mertens bietet er ihm an mehr über seine Taten zu erzählen, jedoch nur, wenn auch er ihm intime Details aus seinem Privatleben erzählt. Mehr und mehr nimmt Engels auf die Psyche des Polizisten Einfluss und Martens beginnt die dunkle Seite seines Lebens zu erforschen.

Der streng gläubige Katholik lässt sich in Berlin auf Nachtclubbesuche und eine kurze Affäre mit einer Frau ein, die er allerdings danach heftig bereut. Selbst die Aussprache mit dem Dorfpfarrer und die auferlegte Buße, können sein Gewissen nicht erleichtern und er greift zur Methode der Selbstverletzung, um sich für seinen Ehebruch zu bestrafen.

Und Gabriel Engel schmiedet seinen bösen Plan weiter. Durch Bestechung eines Gefängniswärters lässt er sich Gift besorgen, an dem er innerhalb von 48 Stunden stirbt. Martens, wird kurzerhand nach Berlin eingeflogen, um aus dem sterbenden Engels noch möglichst viele Informationen herauszuholen. Dieser beteuert wiederum seine Unschuld am Mord von Lucie, erzählt aber den richtigen Täter zu kennen. So soll er gesehen haben, wie sein Sohn Christian die Tat begangen hatte. Schäumend vor Wut will Martens Gabriel Engel töten, wird aber in letzter Sekunde von seinen Kollegen daran gehindert.

Martin Martens beschließt seinen Sohn bei einen Jagdausflug zu töten, was er jedoch nicht übers Herz bringt. In der Zwischenzeit findet Kommissar Seibert das Tagebuch des Mörders, indem er gesteht Lucia getötet hat. Martens, der nur eine Figur in seinem bösen Spiel darstellte, wollte er durch Manipulation dazu bewegen, sein eigenes Kind zu töten, da er die Tat durch ein unglückliches Zusammentreffen nicht selbst ausführen konnte.

Filmkritik und Fazit zum Film „Antikörper“

Den Thriller „Antikörper„, um einen Serienkiller aus Deutschland, konnte der Regisseur Christian Alvart spannend und fesselnd für den Zuschauer auf die Kinoleinwand bringen. Es finden sich zwar Parallelen zum Schweigen der Lämmer, indem ein Serienkiller von seiner Zelle aus Personen manipuliert, kann sich aber durch einen ganz anderen Handlungsverlauf, von vergleichbaren Filmen abgrenzen. Auch die schauspielerischen Höchstleistungen der Gegensätze Engels einem Psychopathen, der sich ein effektvolles Psychoduell mit dem mental instabilen Martens liefert, sorgen beim Zuschauer dafür, dass keine Minute Langeweile aufkommt.

In vielen positiven Kritiken wird der Psychothriller als lebendig dargestellte Ambivalenz zwischen Gut und Böse gelobt. Auch die fantasievollen Bildzusammensetzungen, die auf den Punkt gebrachte Symbolik und das exzellente Drehbuch begeistern das Publikum. So bezeichnet den Film Peter Koberger, als Überraschung für deutsches Genrekino, der die breite Masse der Zuschauer beeindruckt.

Der Kritiker Thomas Maiwald dagegen, beschrieb den Film am Anfang als etwas Alltägliches, und im Verlauf durch die derbe Ausdrucksweise und schlechten Szenen als einen Abklatsch des amerikanischen Kinoklassikers, dass „Schweigen der Lämmer“.

Die deutsche Film- und Medienbewertung kam allerdings zu dem Ergebnis, „Antikörper“, mit dem Prädikat, „besonders wertvoll“, auszuzeichnen.

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