Foxcatcher
Ein Anwesen in Pennsylvania, eine Ringermatte und ein Mäzen mit unbegrenzten Mitteln bilden den Ausgangspunkt von „Foxcatcher„. Der Film greift einen wahren Fall auf, nämlich die Geschichte des Multimillionärs John E. du Pont und des Ringers David Schultz. Bennett Miller inszenierte das Sportdrama 2014 nach einem Drehbuch von E. Max Frye und Dan Futterman. Bereits im Mai 2014 lief der Film beim Festival in Cannes, wo Miller den Preis für die beste Regie erhielt. Produziert wurde er von Annapurna Pictures, Likely Story und Media Rights Capital, während der deutsche Kinostart am 5. Februar 2015 erfolgte.
| Dauer: | 129 Min. |
|---|---|
| FSK: | ab 12 Jahren |
| Jahr: | 2014 |
| Regie: | Bennett Miller |
| Produzenten: | Mark Bakshi, Chelsea Barnard, Hank Bedford |
| Hauptdarsteller: | Steve Carell, Channing Tatum, Mark Ruffalo |
| Nebendarsteller: | Sienna Miller, Vanessa Redgrave, Brett Rice |
| Studio: | Annapurna Pictures |
| Sprachen: | Deutsch, English |
Steve Carell spielt du Pont, während Channing Tatum und Mark Ruffalo die Brüder Mark und David Schultz verkörpern. Das Drama dauert 129 Minuten und wurde von der FSK ab zwölf Jahren freigegeben. Greig Fraser stand hinter der Kamera, während Rob Simonsen die Musik komponierte. Außerdem gehören Sienna Miller und Vanessa Redgrave zur Besetzung, wodurch das Ensemble weitere namhafte Darstellerinnen erhält. Beim Gotham Award 2014 wurde schließlich die gesamte Besetzung ausgezeichnet. Doch hinter den sportlichen Erfolgen und dem gesellschaftlichen Einfluss des Mäzens steht ein gefährliches Abhängigkeitsverhältnis. Denn was geschieht mit einem Sportler, der seinen Ehrgeiz einem Mann überlässt, der Anerkennung nicht durch eigene Leistungen gewinnen, sondern mit seinem Vermögen kaufen will?
Besetzung, Drehorte & Infos
Das Sportdrama „Foxcatcher“ entstand 2014 in den Vereinigten Staaten und trägt im Original denselben Titel. Regie führte Bennett Miller, das Drehbuch schrieben E. Max Frye und Dan Futterman. Die Musik komponierte Rob Simonsen, hinter der Kamera stand Greig Fraser. Für den Schnitt zeichneten Jay Cassidy, Stuart Levy und Conor O’Neill verantwortlich. Als Produktionsfirmen traten Annapurna Pictures, Likely Story und Media Rights Capital auf. Die Vorlage lieferte ein realer Kriminalfall aus dem Umfeld des amerikanischen Ringsports. Die Laufzeit beträgt 129 Minuten.
Steve Carell übernahm die Rolle des Sportmäzens John E. du Pont. Channing Tatum spielt den Ringer Mark Schultz, Mark Ruffalo dessen älteren Bruder David. Sienna Miller und Vanessa Redgrave spielen weitere Rollen. Anthony Michael Hall, Guy Boyd und Brett Rice ergänzen die Besetzung. Carell, Tatum und Ruffalo erhielten den Gotham Jury Award für die beste Ensembleleistung. Beim Palm Springs International Film Festival 2015 wurde Carell mit dem Creative Impact in Acting Award ausgezeichnet. Die National Society of Film Critics setzte Ruffalo als besten Nebendarsteller auf den zweiten Platz.
Die FSK gab den Film ab zwölf Jahren frei. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2014 erhielt Bennett Miller den Preis für die beste Regie. Das American Film Institute führte den Film 2015 unter seinen Movies of the Year. Beim Independent Spirit Award 2015 erhielt das Team einen Special Distinction Award. Ausgezeichnet wurden dabei Regie, Drehbuch, Produktion und die drei Hauptdarsteller gemeinsam. In den deutschen Kinos lief der Film am 5. Februar 2015 an.
Inhalt & Handlung vom Film „Foxcatcher“
Mark und David Schultz sind Brüder und beide erfolgreiche Ringer. Bei den Olympischen Spielen 1984 gewinnen beide Gold, doch der Erfolg verteilt sich in der Wahrnehmung ungleich, denn Mark sieht sich stets im Schatten seines älteren Bruders. Eines Tages meldet sich John E. du Pont bei ihm, ein exzentrischer Millionär und Sportmäzen, der Mark auf sein Anwesen in Pennsylvania einlädt. Dort hat du Pont die Foxcatcher Farm aufgebaut, ein Trainingszentrum für Ringer. Er bittet Mark, dem Team Foxcatcher beizutreten, damit er dort für die kommenden Weltmeisterschaften und die nächsten Olympischen Spiele trainieren kann. Auch David soll dazustoßen, doch der lehnt zunächst ab, weil er seiner Frau und den beiden Kindern keinen Umzug zumuten möchte.
Mark nimmt das Angebot deshalb allein an und gewinnt mit dem Foxcatcher-Team bei den Ringer-Weltmeisterschaften 1987 eine Goldmedaille. Zwischen dem Millionär und dem Ringer entsteht zunächst so etwas wie eine Freundschaft, wobei du Pont sich in der Rolle des Mentors sieht. Er bietet Mark Kokain an, das dieser bald regelmäßig konsumiert. Mit der Zeit wachsen jedoch die Spannungen, weil Mark zunehmend spürt, dass er vor allem dem Ego seines Gönners dient. Später tritt David dem Team nach einem sehr großzügigen Angebot doch noch als Trainer bei und zieht mit seiner Familie nach Pennsylvania. Daraufhin zieht sich Mark sowohl von du Pont als auch von seinem Bruder zurück und trainiert weitgehend allein. Während er seinen Erfolg unbedingt selbst erarbeiten will, verfolgt David diese Entwicklung mit wachsender Sorge.
Zwischen Ehrgeiz und Abhängigkeit
Bei den Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 1988 verliert Mark einen Kampf und zerstört daraufhin wütend sein Hotelzimmer. Anschließend isst er übermäßig viel, weil er das erlaubte Kampfgewicht überschreiten und seine Teilnahme verhindern will. Sein Bruder greift jedoch ein und bringt ihn zurück in die Qualifikation. Trotzdem bleibt Mark bei den Spielen in Seoul sieglos. In dieser Krise nähern sich die Brüder wieder an, während das Verhältnis zu du Pont endgültig zerbricht. Damit endet auch Marks Zeit auf dem Anwesen in Pennsylvania, ohne Medaille und ohne Mäzen.
David bleibt hingegen mit seiner Familie auf dem Anwesen und trainiert weiterhin das Team. Offiziell arbeitet er als Co-Trainer unter du Pont, doch der Mäzen schreibt sich die Erfolge selbst zu. David akzeptiert den Millionär allerdings nicht als Mentor, weshalb sich dieser zunehmend in seiner Führungsrolle bedroht fühlt. Nach dem Tod seiner Mutter vereinsamt du Pont immer stärker, während die Distanz zwischen beiden Männern wächst. Aus Kränkung entsteht schließlich Misstrauen, das sich allmählich zu einem folgenschweren Entschluss entwickelt. Gleichzeitig wird das einst lebendige Trainingszentrum zunehmend von Spannungen und gegenseitiger Ablehnung geprägt.
Eines Tages fährt du Pont zu Davids Haus und erschießt den Trainer in der Einfahrt. Kurz darauf wird er verhaftet, doch der Film liefert keine Erklärung für die Tat. Stattdessen bleibt das Verbrechen als erschütternder Schlusspunkt einer zunehmend zerstörerischen Beziehung stehen. Für die Familie Schultz endet damit alles, was einst auf der Farm begonnen hatte. Das Trainingszentrum, das eigentlich ein Denkmal sportlicher Erfolge werden sollte, bleibt als Schauplatz eines Verbrechens in Erinnerung. Mark hat das Team längst verlassen und wechselt später zum Mixed-Martial-Arts-Sport, wo er als MMA-Fighter antritt. Zurück bleiben zwei Brüder, ein gescheiterter Mäzen und eine Tragödie, deren Hintergründe letztlich ungeklärt bleiben.
Filmkritik und Fazit zum Film „Foxcatcher“
Bennett Miller inszeniert ohne Eile und ohne Musik dort, wo andere Filme aufdrehen würden. „Foxcatcher“ verlegt sein Drama in lange Einstellungen, kalte Innenräume und Gesichter, die wenig preisgeben. Greig Frasers Kamera hält Abstand, selbst in den Ringkämpfen, wo Körper aufeinandertreffen und trotzdem nichts erklärt wird. Steve Carell spielt den Mäzen als jemanden, dessen Sätze immer eine Spur zu langsam kommen. Channing Tatum gibt dem jüngeren Bruder eine Schwere, die schon im Gang sichtbar wird. Mark Ruffalo arbeitet mit Beiläufigkeit und wird gerade dadurch zur moralischen Mitte. Rob Simonsens Musik setzt nur sparsam ein.
Das Tempo ist niedrig und bleibt es über 129 Minuten. Zwei Szenen zeigen, wie der Film arbeitet. Das erste Treffen auf dem Anwesen, in dem ein Mann in einem viel zu großen Haus einen Sportler mit Höflichkeit einwickelt, dauert länger, als es müsste, und genau darin liegt die Wirkung. Ebenso die Trainingssequenzen, in denen zwei Brüder sich wortlos auf der Matte verständigen. Das Sounddesign arbeitet mit Atem, Schritten und dem Quietschen von Ringerschuhen. Wer Erklärungen erwartet, bekommt keine. Der Film hält die Leerstelle aus, in der die Motive liegen müssten.
Für Freunde ruhiger Charakterdramen ist der Film eine klare Empfehlung. Wer ein Sportdrama mit Aufholjagd und Triumph erwartet, sucht hier vergeblich. Die drei Hauptdarsteller tragen 129 Minuten fast ohne große Worte, und der Preis für die beste Regie in Cannes ist nachvollziehbar. Die Freigabe ab zwölf Jahren täuscht über die Bedrückung hinweg, die der Film verbreitet. Wer Antworten auf den realen Fall sucht, wird sie nicht finden. Als Studie über gekaufte Nähe funktioniert das Drama hervorragend.

