Annabelle
Eine Stoffpuppe aus den 1970er Jahren steht heute in einer verschlossenen Glasvitrine in Monroe, Connecticut. Um diesen Fall, den die Spukforscher Ed und Lorraine Warren untersuchten, kreist der Horrorfilm „Annabelle“ aus dem Jahr 2014. Es ist der erste Ableger von „Conjuring – Die Heimsuchung“ und der zweite Film innerhalb des Conjuring-Universums. Regie führte John R. Leonetti. Das Budget betrug 6,5 Millionen US-Dollar. Weltweit spielte der Film mehr als 256 Millionen ein. Selten stand ein so kleines Objekt am Anfang eines so großen Franchises.
| Dauer: | 99 Min. |
|---|---|
| FSK: | ab 16 Jahren |
| Jahr: | 2014 |
| Regie: | John R. Leonetti |
| Produzenten: | Peter Safran, James Wan, Tony DeRosa-Grund |
| Hauptdarsteller: | Annabelle Wallis, Ward Horton, Tony Amendola |
| Nebendarsteller: | Kerry O'malley, Brian Howe, Eric Ladin |
| Studio: | Warner Bros. |
| Sprachen: | Deutsch, English |
Die Puppe hatte im Vorgängerfilm nur einen kurzen Cameoauftritt am Rand der Handlung, hier rückt sie ins Zentrum. Gary Dauberman schrieb das Drehbuch, Joseph Bishara die Musik, James Kniest führte die Kamera. Bishara übernahm zudem einen Kurzauftritt als Geist, wie schon in früheren Filmen dieses Kosmos. Die Apartment- und Aufzugszenen entstanden in den Langham Apartments in Los Angeles. Zwei Fortsetzungen folgten 2017 und 2019. Was macht ein Objekt zum Schrecken, das sich von allein kaum bewegt?
Besetzung, Drehorte & Infos
Der Horrorfilm „Annabelle“ entstand 2014 in den Vereinigten Staaten unter der Regie von John R. Leonetti. Das Drehbuch schrieb Gary Dauberman. Die Musik komponierte Joseph Bishara, die Kamera führte James Kniest, den Schnitt besorgte Tom Elkins. Der Film gehört zum Conjuring-Universum und ist dort der zweite Eintrag. Inspiriert wurde er von dem angeblichen Fall um eine real existierende Stoffpuppe aus den 1970er Jahren. Ed und Lorraine Warren untersuchten diesen Fall damals als Spukforscher. Die deutsche Synchronfassung entstand bei der RC Production in Berlin.
Annabelle Wallis spielt Mia Form, die junge Frau, um die sich sämtliche Ereignisse dieses Films drehen. Ward Horton verkörpert ihren Mann John, der als Arzt in einem Krankenhaus arbeitet. Alfre Woodard ist als Nachbarin Evelyn zu sehen, die im selben Haus eine Buchhandlung betreibt. Tony Amendola übernimmt die Rolle des Pater Perez. Eric Ladin vervollständigt die Besetzung des Films. Namensgeberin ist Annabelle Higgins, die Tochter der Nachbarn. Tobias Neumann schrieb das deutsche Dialogbuch, Tobias Meister führte die Dialogregie.
Alle Apartment- und Aufzugszenen entstanden in einem realen Wohnhaus, den Langham Apartments in Los Angeles. Die Laufzeit beträgt 99 Minuten, die FSK gab den Film ab sechzehn Jahren frei. Das Budget lag bei 6,5 Millionen US-Dollar. Weltweit spielte der Film mehr als 256 Millionen US-Dollar ein. Joseph Bishara, der Komponist, trat selbst als Geist auf. In der Ladenszene am Ende sitzt im Hintergrund eine Nachbildung der echten Puppe auf einem Hochschrank. Deren Original steht heute im Warren Occult Museum in Monroe, Connecticut.
Inhalt & Handlung vom Film „Annabelle“
Santa Monica in Kalifornien, im Jahr 1970. Mia und John Form erwarten in Kürze ihr erstes Kind. Zur Freude darüber schenkt John seiner Frau eine große Puppe, die zugleich ihre Sammlung vervollständigt. Doch in der folgenden Nacht dringt ein Satanistenpaar in das Nachbarhaus ein und tötet das Ehepaar Higgins. Anschließend steht es auch im Haus der Forms. Dabei wird Mia schwer verletzt, bevor Polizisten den Mann erschießen können. Die junge Frau des Paares hingegen nimmt sich das Leben, während sie die neue Puppe in den Armen hält. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Annabelle Higgins, die Tochter der Nachbarn. Zwei Jahre zuvor war sie verschwunden und hatte sich einer Sekte angeschlossen. Trotz des brutalen Überfalls überleben Mia und ihr ungeborenes Kind.
Nach dem Überfall hütet Mia das Bett und versucht, sich abzulenken. Dennoch bleibt das Gefühl, nicht allein zu sein. So laufen elektrische Geräte an, ohne dass jemand sie eingeschaltet hätte. Zudem bricht kurz darauf ein unerklärlicher Brand im Haus aus. Tochter Leah kommt jedoch wenig später gesund zur Welt. Um die negativen Erlebnisse hinter sich zu lassen, entscheiden sich die Forms deshalb für einen Umzug. Doch im neuen Zuhause finden sie die Puppe in einem der letzten ungeöffneten Kartons, obwohl John sie auf Mias Wunsch vor dem Umzug in einer Mülltonne entsorgt hatte. Weil es ein Geschenk war und der Abstand nun groß genug scheint, stellt Mia sie trotzdem zurück zu den anderen Puppen. Daraufhin beginnen die Vorkommnisse aus dem alten Haus von vorn, und der Umzug erweist sich als wirkungslos.
Was in der Puppe wohnt
Mia sieht Gestalten durch die Wohnung geistern, sobald ihr Mann außer Haus ist. Weil die Geister sie und ihre Tochter angreifen, recherchiert sie zum Überfall auf ihr früheres Haus. Dabei erfährt sie, dass Annabelle Higgins einen Dämon heraufzubeschwören versuchte. Weitere Hinweise liefert ein Buch aus der Buchhandlung ihrer Nachbarin Evelyn: Der Dämon ist in die Puppe gefahren und trachtet nach der Seele eines unschuldigen Wesens, das sich ihm anbietet oder angeboten wird. Als Mia die Zusammenhänge erkennt, begreift sie schockiert, dass Leah sein Ziel ist. Damit wird aus dem vermeintlichen Spielzeug eine tödliche Bedrohung für ihre Tochter.
In ihrer Not bitten die Forms deshalb Pater Perez um Rat. Er empfiehlt, die Puppe außer Haus zu bringen. Doch als er sie in seine Kirche schaffen will, wird der Priester durch die Luft geschleudert und schwer verletzt. Daraufhin kommt er in das Krankenhaus, in dem John als Arzt arbeitet. Währenddessen wüten die Geister erneut in der Wohnung, wo Mia allein mit Evelyn ist. Als Leah plötzlich verschwindet, treibt der Dämon Mia in den Wahnsinn: Er lässt sie glauben, sie habe ihr Kind erschlagen. Sie fleht um dessen Rückkehr, doch dafür fordert er ihr Leben.
Nervlich am Ende will Mia sich für Leah opfern, doch der heimkehrende John verhindert knapp, dass sie versucht, aus dem Fenster zu springen. Stattdessen stürzt sich Evelyn in die Tiefe. Weil sie einst den Unfalltod ihrer eigenen Tochter verursachte, hofft sie, den Dämon dadurch zu besänftigen. Nach ihrem Tod verschwindet die Puppe, taucht jedoch wenig später in einem Antiquitätengeschäft auf. Dort sucht eine ältere Dame ein Geschenk für ihre Tochter, die als Krankenschwester arbeitet. So schließt sich der Kreis zur ersten Szene, in der junge Krankenschwestern von unheimlichen Erlebnissen mit dieser Puppe berichten. Abschließend verweist der Film auf die tatsächlichen Vorkommnisse.
Filmkritik und Fazit zum Film „Annabelle“
Leonetti inszeniert „Annabelle“ als Kammerstück über eine Wohnung, die zur Falle wird. James Kniests Kamera arbeitet mit langen Einstellungen und viel Dunkelheit am Bildrand. Das Verfahren ist bewährt und funktioniert zuverlässig, solange die Auflösung ausbleibt. Annabelle Wallis spielt Mia als jemanden, dem niemand glaubt, und sie hält diesen Zustand über den ganzen Film. Ward Horton bleibt daneben blass, was der Konstruktion sogar nützt. Gary Daubermans Drehbuch setzt den Schrecken früh, mit einem Überfall in der ersten Viertelstunde. Danach verlässt es sich lange auf knarrende Türen, Schaukelstühle und laufende Haushaltsgeräte.
Das Tempo bleibt gemächlich, und das ist die riskanteste Entscheidung des Films. Wo Atmosphäre entsteht, etwa in den engen Aufzugszenen des Apartmenthauses, trägt sie weit. Wo sie fehlt, kündigt die Inszenierung jeden Schrecken so lange an, dass er beim Eintreffen abgestanden wirkt. Joseph Bisharas Musik verstärkt dieses Problem. Sie setzt sparsam ein und schlägt dann mit einer Wucht zu, die den Bildern die Arbeit abnimmt. Am stärksten ist der Film in seinen stillen Momenten, wenn die Puppe schlicht dasitzt. Für das Genre bleibt das Ergebnis solide Handwerksarbeit ohne eigene Handschrift.
Für Zuschauer, die Schauerkino der leisen Art mögen, lohnt sich der Film. Wer im Horror Originalität sucht, wird hier wenig finden. Die Puppe selbst ist ein Fund, dem man kaum entkommt. Sie bewegt sich kaum und beherrscht trotzdem jede Einstellung, in der sie auftaucht. Wallis trägt die emotionale Last des Films fast allein. Als Auftakt eines Franchises erfüllt „Annabelle“ seinen Zweck. Mehr sollte man nicht erwarten.

