The Nun

Ein Gesicht mit weißer Haut und schwarzen Augen genügte 2016, um ein ganzes Franchise zu erweitern. Die dämonische Nonne aus Conjuring 2 bekam zwei Jahre später ihren eigenen Film. „The Nun“ entstand unter der Regie von Corin Hardy. James Wan und Gary Dauberman lieferten die Geschichte, Dauberman schrieb das Drehbuch. Gedreht wurde in Rumänien, mit einem Budget von 22 Millionen US-Dollar. Eingespielt hat der Film über 370 Millionen. Damit ist er der bislang erfolgreichste Beitrag der gesamten Conjuring-Reihe.

The Nun
Dauer: 96 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Corin Hardy
Produzenten: Peter Safran, James Wan
Hauptdarsteller: Taissa Farmiga, Demián Bichir, Bonnie Aarons
Nebendarsteller: Charlotte Hope, Ingrid Bisu, Jonas Bloquet
Studio: Warner Bros.
Sprachen: Deutsch, English

Jetzt online anschauen

Die Handlung setzt im Jahr 1952 ein, in einem Kloster nahe der siebenbürgischen Gemeinde Biertan. Der Vatikan schickt einen traumatisierten Priester und eine junge Novizin dorthin, um eine Selbsttötung zu untersuchen. Demián Bichir und Taissa Farmiga spielen die beiden. Bonnie Aarons kehrt in der Rolle zurück, die sie bekannt gemacht hat. Maxime Alexandre führte die Kamera, Abel Korzeniowski schrieb die Musik. Reicht ein einziges starkes Bild, um neunzig Minuten Kino zu tragen?

Besetzung, Drehorte & Infos

Der Horrorfilm „The Nun“ entstand 2018 in den Vereinigten Staaten. Regie führte der britische Filmemacher Corin Hardy. Das Drehbuch schrieb Gary Dauberman nach einer Geschichte von James Wan und ihm selbst. Ursprünglich war David Leslie Johnson als Autor vorgesehen. Die Musik stammt von dem polnischen Komponisten Abel Korzeniowski. Hinter der Kamera stand Maxime Alexandre, den Schnitt besorgten Michel Aller und Ken Blackwell. Produziert wurde der Film von New Line Cinema gemeinsam mit Atomic Monster Productions und The Safran Company. Der Film gehört zum Conjuring-Universum, das später unter anderem mit „Conjuring 4: Das letzte Kapitel“ fortgeführt wurde.

Demián Bichir spielt Pater Burke, den der Vatikan mit der Untersuchung beauftragt. Taissa Farmiga, die jüngere Schwester von Vera Farmiga, übernimmt die Rolle der Novizin Irene. Jonas Bloquet ist als Dorfbewohner Frenchie zu sehen. Bonnie Aarons kehrt als dämonische Nonne aus „Conjuring 2“ zurück. Ingrid Bişu und Charlotte Hope ergänzen die Besetzung. In zusätzlichen Szenen und Archivaufnahmen erscheinen Patrick Wilson und Vera Farmiga als Ed und Lorraine Warren. Dazu kommen Sterling Jerins, Christof Veillon und Lili Taylor.

Die Dreharbeiten begannen am 3. Mai 2017 in den Castel Film Studios in Bukarest. Außenaufnahmen entstanden auf dem Vorplatz des Parlaments, auf der Corvinilor-Burg in Hunedoara und in Sighișoara. Nach 38 Drehtagen endete die Produktion am 23. Juni 2017. Bei Nachdrehs half James Wan als Second-Unit-Regisseur aus. Die Laufzeit beträgt 96 Minuten, die FSK gab den Film ab sechzehn Jahren frei. Bei den Golden Trailer Awards 2019 gewann er den Preis für das beste Filmposter eines Horrorfilms. Eine Fortsetzung folgte 2023.

Inhalt & Handlung vom Film „The Nun“

Im Jahr 1952 bedroht ein Dämon zwei Nonnen im Keller des rumänischen Klosters St. Carta. Das Haus liegt nahe der siebenbürgischen Gemeinde Biertan. Eine der Schwestern übergibt Schwester Victoria einen besonderen Schlüssel, bevor die böse Macht sie verschleppt. Victoria überlebt den Angriff zunächst und flieht. Der Dämon steigt ihr weiter nach. Schließlich erhängt sie sich bei einem Sprung aus dem Fenster. Ihre Leiche findet kurz darauf der junge Dorfbewohner Frenchie. Er versorgt die Nonnen des Klosters mit Vorräten. Ein Selbstmord innerhalb der Kirchenmauern verlangt nach einer Erklärung. Als der Vatikan von dem Vorfall erfährt, entsendet er Pater Burke und die Novizin Schwester Irene. Burke bringt eine eigene Vergangenheit mit.

Burke und Irene reisen nach Rumänien und treffen dort Frenchie, der sie zur Abtei führt. Am Kloster finden sie Victorias Leiche in sitzender Haltung vor, obwohl Frenchie sie liegend abgelegt hatte. In ihrer rechten Hand steckt der verschnörkelte Schlüssel. Burke nimmt ihn an sich. Im kryptaartigen Vestibül begegnen sie der vermeintlichen Äbtissin. Diese erklärt, die Schwestern seien heute nicht zu sprechen, weil das Kloster zwischen Vesper und Morgengebet das große Silentium einhalte. Untergebracht werden die beiden Gäste im Gästehaus des Klosters. Am nächsten Tag sollen sie mit dem Konvent sprechen. Nichts an diesem Ort verhält sich, wie es sollte. Als Frenchie ins Dorf zurückkehrt, greift ihn die Leiche einer Nonne an. Er entkommt knapp.

Die Geschichte der Abtei

Burke erzählt Irene von einem Exorzismus an einem kleinen Jungen, den dieser nicht überlebt hat. Seither quälen ihn Schuldgefühle. In der Nacht greift ein dämonisches Wesen die beiden an. Burke wird auf dem nahen Friedhof lebendig begraben und von Irene gerettet. Im Sarg liegen alte Bücher über Dämonen. Am nächsten Tag darf nur Irene in die Klausur eintreten, weil Männern der Zutritt verwehrt ist. Sie lernt einige Schwestern kennen und erfährt von der Ewigen Anbetung, mit der der Konvent das Böse in Schach hält. Schwester Oana berichtet von der Geschichte des Hauses. Ein Herzog erbaute im Mittelalter eine Burg und rief eine dämonische Entität durch einen Riss in den Katakomben herbei.

Kreuzritter töteten den Adligen und versiegelten den Riss mit einem Artefakt, das Blut Christi enthielt. Aus der Burg wurde ein Kloster. Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg öffneten den Riss erneut. Seither tritt das Wesen als Nonne in Erscheinung. In einem der Bücher aus dem Sarg erkennt Burke den Namen des Dämons, Valak. Zugleich begreift er, dass die vermeintliche Äbtissin in Wahrheit Valak war. Danach verfolgt ihn der Dämon in Gestalt des toten Jungen. Frenchie kehrt zur Abtei zurück, um zu helfen. Irene schließt sich unterdessen den betenden Nonnen in der Klosterkirche an.

Beim Versuch, durch das Kühlhaus ins Kloster zu gelangen, wird Burke von Victorias Leiche angegriffen. Frenchie schlägt der untoten Nonne den Kopf ab. Wieder vereint erkennt Irene, dass keine der Schwestern je anwesend war. Victoria war die letzte lebende Nonne und hatte sich geopfert, damit Valak keinen Körper findet. Mit dem Schlüssel holen sie die Reliquie aus ihrem Versteck. Valak ergreift Besitz von Irene, bis Frenchie ihr das Blut ins Gesicht streicht. Im gefluteten Raum am Riss speit Irene die Reliquie auf den Dämon und verbannt ihn. Frenchie nennt ihr danach seinen echten Namen, Maurice. Bei der Abfahrt zeigt sich ein umgedrehtes Kreuz in seinem Nacken. 1971 führen Aufnahmen der Warrens zurück zu genau diesem Moment.

Filmkritik und Fazit zum Film „The Nun“

Hardy inszeniert „The Nun“ als Parcours durch ein Setting, das sich fast von selbst erzählt. Maxime Alexandres Kamera dreht sich, kippt und findet in den Katakomben Bilder von echter Klasse. Die Abtei, der Friedhof, die überfluteten Gewölbe, all das ist präzise ausgestattet. Gary Daubermans Drehbuch verlässt sich darauf und arbeitet ansonsten eine Liste ab. Demián Bichir gibt dem Priester eine Schwere, die das Buch ihm nicht schreibt. Taissa Farmiga spielt die Novizin mit einer Wachheit, die dem Film gut steht. Bonnie Aarons braucht für ihre Wirkung nur einen Gang und eine Kerze.

Das Tempo folgt einem festen Takt aus Stille, Andeutung und Knall. Abel Korzeniowskis Musik übernimmt dabei mehr Arbeit, als ihr guttut, mit Chören und anschwellenden Streichern. Der beste Schrecken des Films kommt ohne diesen Apparat aus, etwa wenn eine Gestalt am Ende eines Ganges einfach steht. Frenchie liefert komische Einwürfe, die zum düsteren Rest kaum passen. Die Auflösung um die betenden Schwestern besitzt eine Idee, die der Film zu spät auspackt. Als Erweiterung des Conjuring-Kosmos bleibt das Ergebnis dünn. Die Nonne selbst hätte mehr verdient.

Wer Jump-Scares mag, wird in diesen 96 Minuten reichlich bedient. Freunde des atmosphärischen Horrors bekommen ein großartiges Setting und eine schwache Geschichte. Für Fans der Reihe lohnt sich der Film als Puzzlestück zur Vorgeschichte der Warrens. Alle anderen verpassen wenig. Das Bildmaterial ist besser als das Drehbuch, und das ist die Bilanz dieses Films. „The Nun“ bleibt ein Ableger, der von einem einzigen Gesicht lebt.

X