The Tomorrow War

Zeitreisen sind im Actionkino eine bequeme Ausrede und ein hartes Handwerk zugleich. Chris McKay nutzt in „The Tomorrow War“ beides und schickt Zivilisten des Jahres 2022 in einen Krieg, der erst 2051 stattfindet. Der Film erschien nicht im Kino, sondern kam am 2. Juli 2021 weltweit in das Programm von Prime Video. In über 240 Ländern und Territorien war er von diesem Tag an abrufbar. Ein bereits geplanter Kinostart in Deutschland fiel dieser Entscheidung zum Opfer. Für ein Spektakel dieser Größenordnung war das damals noch ungewöhnlich.

The Tomorrow War
Dauer: 138 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: Chris McKay
Produzenten: Dana Goldberg, David S. Goyer, Don Granger
Hauptdarsteller: Chris Pratt, J.K. Simmons, Yvonne Strahovski
Nebendarsteller: Sam Richardson, Betty Gilpin, Edwin Hodge
Studio: Amazon Studios
Sprachen: Deutsch, English

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Die Gegner heißen Whitespikes und stammen vom Kreaturen-Designer Ken Barthelmey. Die Musik komponierte Lorne Balfe, das zugehörige Album umfasst zwanzig Stücke. Chris Pratt übernahm die Hauptrolle, einen Biologielehrer und Irakkriegsveteranen. Neben der Invasion erzählt der Film von zwei Vätern und ihren erwachsenen Kindern, was für das Genre nicht selbstverständlich ist. Zach Deans Drehbuch verschränkt beide Ebenen von Anfang an. Was tut ein Mann, der erfährt, in welchem Jahr er sterben wird?

Besetzung, Drehorte & Infos

Bei „The Tomorrow War“ handelt es sich um einen US-amerikanischen Science-Fiction- und Actionfilm aus dem Jahr 2021. Regie führte Chris McKay, das Drehbuch schrieb Zach Dean. Die Filmmusik komponierte Lorne Balfe, hinter der Kamera stand Larry Fong. Den Schnitt übernahm Roger Barton. Die Aliens namens White Spikes entwarf der Kreaturen-Designer Ken Barthelmey. Das Soundtrack-Album mit zwanzig Musikstücken erschien am 2. Juli 2021 bei Milan Records.

Chris Pratt steht an der Spitze der Besetzung. Yvonne Strahovski, Betty Gilpin und Seychelle Gabriel gehören ebenfalls dazu, ergänzt von J. K. Simmons, Mary Lynn Rajskub, Jasmine Mathews und Edwin Hodge. Die Figurenliste umfasst den Biologielehrer Dan Forester, seine Frau, die als Traumaspezialistin arbeitet, seine Tochter Muri und seinen entfremdeten Vater. Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Tobias Neumann bei der Arena Synchron GmbH in Berlin, Dialogregie führte Björn Schalla. Für eine geplante Fortsetzung sollen McKay, Dean und ein Großteil der Besetzung erneut antreten.

Der Film läuft 138 Minuten und ist ab sechzehn Jahren freigegeben. Der erste Trailer erschien Ende April 2021. Ursprünglich war ein Kinostart am 22. Juli 2021 in Deutschland vorgesehen, einen Tag später in den USA. Stattdessen lief der Film ab dem 2. Juli 2021 weltweit bei Amazon Prime Video. Bei den People’s Choice Awards 2021 gab es Nominierungen als Film des Jahres und als Actionfilm des Jahres. Weitere Nominierungen folgten bei den Satellite Awards und den VES Awards für die visuellen Effekte.

Inhalt & Handlung vom Film „The Tomorrow War“

Im Jahr 2022 erscheinen Soldaten aus dem Jahr 2051 und berichten von einem Angriff außerirdischer Whitespikes. Über ein Wurmloch können Menschen zwischen beiden Zeitpunkten reisen, während beide Enden zeitlich voranschreiten. Zunächst entsenden die Staaten ihre Armeen, doch die meisten Soldaten kehren nicht zurück. Deshalb werden zunehmend Zivilisten zwangsrekrutiert. Jeder Einsatz dauert eine Woche, wobei ausschließlich Menschen ausgewählt werden, die vor 2051 ohnehin sterben würden. Dadurch sollen zeitliche Paradoxien verhindert werden.

Spezielle Module ermöglichen den automatischen Rücktransport, allerdings überleben nur etwa dreißig Prozent der Rekruten. Da kaum Vorbereitungszeit bleibt, erfahren sie wenig über ihre Gegner. Zu den Eingezogenen gehört der
Biologielehrer und Irakkriegsveteran Dan Forester, der eigentlich wissenschaftlich arbeiten möchte. Nach mehreren gescheiterten Bewerbungen findet er Trost bei seiner Frau und Tochter Muri. Als er erfährt, dass er 2030 sterben wird, erwägt er kurz die Flucht. Schließlich entscheidet er sich jedoch für den Einsatz und verabschiedet sich von seiner Familie.

Eine Woche in der Zukunft

Beim Zeitsprung kommt es zu einer Fehlfunktion, weshalb die Rekruten über einer Stadt erscheinen. Die meisten sterben beim Sturz, während Dan und einige andere in einem Dachpool landen. Auf Befehl eines weiblichen Colonels sollen sie ein Forschungsteam retten, finden jedoch nur noch Ampullen eines Toxins. Kurz darauf wird die Stadt bombardiert, wobei neben Dan lediglich zwei Kameraden überleben. In der Zukunft leben nur noch etwa 500.000 Menschen, während große Teile der Zivilisation zerstört sind.

Der Colonel entpuppt sich als Dans erwachsene Tochter Muri, die das Toxin entwickelt. Sie berichtet, dass Dan seine Familie später verlassen habe und an ihrem sechzehnten Geburtstag bei einem Autounfall gestorben sei. Dadurch erkennt er Parallelen zu seinem eigenen Vater. Das Toxin tötet zwar männliche Whitespikes, wirkt jedoch nicht gegen die gefährlicheren Weibchen. Deshalb hilft Dan, ein Weibchen für weitere Forschungen einzufangen. Während die Kreaturen die letzte menschliche Bastion überrennen, endet seine Einsatzwoche.

Dan kehrt mit dem Toxin nach 2022 zurück, während Muri stirbt und die Wurmlochanlage zerstört wird. Gemeinsam mit seiner Frau und einem Schüler vermutet er, dass die Whitespikes bereits seit Jahrhunderten auf der Erde verborgen liegen. Vulkanische Sedimente an einer Kralle führen ihn nach Nordrussland. Dort entdeckt er mit seinem Vater und weiteren Helfern ein abgestürztes Raumschiff voller Stasiskammern. Im anschließenden Kampf sterben zahlreiche Begleiter, doch Dan und sein Vater töten das entkommene Weibchen. Schließlich kehren beide zurück und die Familie findet wieder zusammen.

Filmkritik und Fazit zum Film „The Tomorrow War“

Chris McKay inszeniert „The Tomorrow War“ als Blockbuster mit sichtbar hohem Aufwand. Larry Fongs Kamera arbeitet dabei in den Kampfszenen mit klaren Achsen, sodass sich das Geschehen gut verfolgen lässt. Zudem gibt Ken Barthelmeys Kreaturendesign den Whitespikes eine eigene Silhouette, die sich von der Konkurrenz abhebt. Lorne Balfes Musik treibt zwar zuverlässig voran, entwickelt jedoch kein eigenes Profil. Chris Pratt spielt den Familienvater wiederum in bekannter Manier, souverän und ohne Überraschungen. J. K. Simmons bekommt dagegen wenig Zeit und nutzt sie umso besser. Besonders die Vater-Sohn-Ebene trägt den Film deshalb an den Stellen, an denen die Action pausiert.

Das Tempo ist hoch, allerdings zerfällt die Struktur in drei recht unterschiedliche Filme. Der Sprung durch das Wurmloch, an dessen Ende die Rekruten über einer Stadt in der Luft hängen, gehört dabei zu den besten Einfällen des Drehbuchs. Ähnlich gelungen ist die Rettungsmission im Labor, die zunächst als Auftrag beginnt und schließlich als Rückzugsgefecht endet. Gleichzeitig bleibt die Bildsprache im Grau eines zerstörten Amerikas. Als Actionfilm liefert das zwar reichlich, als Science-Fiction hält es einer genaueren Prüfung jedoch kaum stand. Denn die Zeitlogik verlangt Nachsicht, während die 138 Minuten einiges an Sitzfleisch fordern. Gerade der Mittelteil in der zerstörten Stadt zieht sich deshalb spürbar.

Wer große Invasionsaction mit Familienkern mag, wird solide unterhalten. Die Freigabe ab sechzehn Jahren passt zu den drastischeren Kämpfen. Wer eine durchdachte Zeitreisegeschichte erwartet, sollte die Ansprüche vorher senken. Für Liebhaber des Genres lohnt sich der Film als Abend auf der Couch. Er weiß, was er sein will, und liefert genau das ab. Ein zweites Ansehen bringt wenig, ein erstes lohnt sich für alle, die Kreaturenkino mögen.