Winterreise

Der Eisenwarenhändler Franz Brenninger hat es geschafft durch Fleiß und Ehrgeiz, sich Vermögen und Ansehen zu erarbeiten. Doch durch seine Launenhaftigkeit stößt er alles und jeden vor den Kopf und auch sein Geschäft steht kurz vor der Pleite. Nur seine, an einer Augenerkrankung leidenden, Frau Martha, hält noch zu ihm.

Winterreise 2005
Dauer: 94 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Hans Steinbichler
Produzenten: Dieter Ulrich Aselmann, Robert Marciniak
Hauptdarsteller: Josef Bierbichler, Sibel Kekilli, Hanna Schygulla, Philipp Hochmair
Nebendarsteller: Anna Schudt, Johann von Bülow, André Hennicke
Studio: d.i.e.Film.GmbH
Sprachen: Deutsch

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Da kommt ihm das Angebot des kenianischen Geschäftsmannes Tom Kanabe gerade recht, als Strohmann zu fungieren, und sich damit viel Geld zu verdienen. Allerdings muss er als Sicherheit 50.000 Euro vorstrecken. Brenninger bemerkt zu spät, dass es sich dabei um einen Betrug handelt. Wild entschlossen, sich sein Geld zurück zu holen, reist er nach Kenia.

Winterreise – Besetzung, Drehorte & Infos zum Film

Das Filmdrama „Winterreise“ aus dem Jahr 2006, wurde in Deutschland und Kenia gedreht. Der Film hat eine Lauflänge von 95 Minuten und eine FSK ab 12 Jahren. Gedreht wurde „Winterreise“ von dem mehrfach ausgezeichneten Regisseur Hans Sebastian Steinbichler. 2003 gewann er mit dem Spielfilm „Hierankl„, einem modernem Heimatfilm, den Grimme-Preis. Und auch dieses Drama war mehrfach für den Deutschen Filmpreis nominiert. Zu seinem Stab gehörten die Filmproduzenten Uli Aselmann und Robert Marciniak. Das Drehbuch schrieb Martin Rauhaus. Für die musikalische Untermalung sorgte der polnische Komponist Antoni Lazarkiewicz, der mit Franz Schuberts Liederzyklus „Winterreise“, perfekt die Emotionen des Franz Brenninger wiedergibt. Als Kamerafrau fungierte Bella Halben, die für ihre ausdrucksvollen Bilder mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde. Für den Schnitt verantwortlich war die Filmeditorin Anne Christine Loewer.

Unterstützt wurde der Stab des Filmes durch hochkarätige Darsteller. So verkörperte Josef Bierbichler perfekt die Rolle des Franz Brenningers, die Schauspiellegende Hannah Schygulla glänzte als Ehefrau Martha und Sibel Kekilli spielte überzeugend die Dolmetscherin Leyla. Uraufgeführt wurde das Filmdrama auf dem Filmfest in München 2006 und die Weltpremiere feierte er am 5. Juli 2006.

Inhalt & Handlung vom Film „Winterreise“

Es ist Winter in Bayern. In einer Kirche wird die heilige Messe zelebriert. Es ertönt der Gesang des Kirchenchors. Voller Inbrunst hört man die Stimme eines Mannes heraus. Es ist Franz Brenninger, vor nicht allzu langer Zeit ein erfolgreicher und vermögender Unternehmer. Heute ein Mann, der Streit sucht und unter starken Stimmungsschwankungen leidet.

Mit seiner Ehefrau Martha lebt er in der Provinz. Ihre beiden Kinder Paula und Xaver sind erwachsen. Überall eckt der cholerische Mann an und von seiner „Arschlochpost“, wie er es nennt, bekommt er immer mehr. Unbezahlte Rechnungen und Mahnungen flattern täglich ins Haus. Brenningers Firma steht kurz vor der Insolvenz.

Er lernt die Kurdin Leyla kennen, die Ethnologin werden will. Er ist beeindruckt von ihr. Als im Post aus Afrika zugestellt wird, beauftragt er die junge Kurdin, diese zu übersetzen. In diesem wird er informiert, dass Geschäftsleute aus Kenia einen Millionenbetrag auf seinen Konto zwischenparken wollen. Er soll dafür mit einer großen Geldsumme entlohnt werden. Franz, der sich gerade in einer manischen Stimmungslage befindet, sieht einen Ausweg aus seiner finanziellen Situation und nimmt an.

Seine Frau benötigt eine Augenoperation, um nicht zu erblinden, und damit wäre nicht nur dieses Problem gelöst. Auch seine Firma könnte er retten. Allerdings muss er als Sicherheit den Kenianern 50.000 Euro überweisen. Von der Bank und seinem Sohn erhält er diesen Betrag, um die Operationskosten für seine Frau zu decken. Der impulsive Franz jedoch steckt das Geld jedoch in das Geschäft mit den Afrikanern. Statt der Provision erhält er weitere Zahlungsaufforderungen und erkennt leider zu spät, dass er das Opfer eines Betruges geworden ist. Nun ist er bankrott und steht vor dem Nichts.

Wütend und völlig außer sich, ist Brenninger entschlossen sich das Geld zurückzuholen. Auf eigene Faust reist er mit Leyla, die als Dolmetscherin fungiert, nach Kenia. Dort angekommen findet er sich anfangs selbst wieder. Abends setzt sich Brenninger im Hotel ans Klavier und singt Lieder aus Schuberts „Wintertraum“. Danach allerdings fällt er wieder in seine Depression und spricht kein Wort. Um ihn aus seiner Lethargie zu reißen, spielt Leyla ihm das Lied, „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus“, vor.

Brenninger gibt die Musik neue Kraft. Er ist entschlossen, seinen Weg weiter zu gehen. In der kenianischen Wüste kann er den Betrüger überwältigen, der einen Betrag von 200.000 Dollar bei sich hat. Nun kann er seiner Frau Martha helfen und auch seinen Weg zu Ende gehen.

Filmkritik und Fazit zum Film „Winterreise“

Die Oscar nominierte Tragödie „Winterreise“ in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ von Sepp Steinbichler beeindruckte nicht nur das Kinopublikum, sondern auch die internationalen Kritiker.

In einer Glanzleistung verkörpert Josef Bierbichler die Figur des eigensinnig und psychisch kranken Brenninger mit seinen Stimmungsschwankungen. Noch in der Kirche singt er „Großer Gott wir loben Dich“, um hinterher alles und jeden mit „Arschloch“ zu beschimpfen. Eine „Arschloch-Bank, die ihm Geld verweigert, und eine „Arschloch- Welt, denn keiner versteht ihn. Brenninger, seine Firma ist pleite, macht in einer seiner Hochphasen einen dubiosen Geschäftsabschluss, was ihn dazu zwingt nach Afrika zu reisen.

Geschickt versteht es Steinbichler, Brenninger in den Mittelpunkt des Interesses zu rücken, streicht langweilige Dialoge und zeigt das Seelenleben eines manisch-depressiven Mannes, der voller Unrast sein eigenes „Ich“ sucht. An seine Seite stellt er eine wunderbare Hannah Schygulla, als unterwürfige und sanfte Frau, die ihn nicht mehr verstehen kann. Wie die schneebedeckte Landschaft am Anfang des Filmes, ist auch in Brennigers Herz der Winter eingezogen. Wenn er Lieder von Schubert singt, kann das Publikum die Tränen nicht mehr zurückhalten.

Steinbichler und seine Darsteller haben einen einzigartigen und sehenswerten Kinofilm geschaffen, der das Publikum verzaubert.

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