Der dunkle Turm

Der dunkle Turm“ führt zwei unterschiedliche Welten in einer Fantasyhandlung zusammen. New York trifft auf eine verfallene Landschaft mit eigenen Regeln. Dabei verbindet der Film Kindheitserfahrungen mit alten Kämpfen und magischen Kräften. Der dunkle Turm hält gefährliche Mächte von sämtlichen Welten fern. Seine Bedeutung reicht deshalb weit über einen einzelnen Ort hinaus. Gleichzeitig prägen Trauer, Misstrauen und Verantwortung die Beziehungen der Hauptfiguren.

Der Dunkle Turm
Dauer: 95 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Nicolaj Arcel
Produzenten: G. Mac Brown, Cheryl Eatock, Akiva Goldsman
Hauptdarsteller: Idris Elba, Matthew McConaughey, Tom Taylor
Nebendarsteller: Claudia Kim, Fran Kranz, Abbey Lee
Studio: Columbia Pictures
Sprachen: Deutsch, English

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Der zwölfjährige Jake Chambers sieht in Träumen einen Revolvermann und dessen mächtigen Gegner. Niemand glaubt seinen Schilderungen, obwohl Jake zahlreiche Einzelheiten festhält. Schließlich entdeckt er das Haus aus seinen Visionen. Ein verborgenes Portal bringt ihn daraufhin nach Mittwelt. Dort begegnet er Roland Deschain und begleitet ihn durch zerstörte Landschaften. Der Hexer Walter sucht Jake wegen seiner außergewöhnlichen telepathischen Begabung. Außerdem will er damit den dunklen Turm zu Fall bringen. Roland verfolgt zunächst nur persönliche Vergeltung. Wie lange kann Jake ihn noch an seine eigentliche Aufgabe erinnern?

Besetzung, Drehorte & Infos

Der dunkle Turm“ ist ein Fantasyfilm aus dem Jahr 2017. Nikolaj Arcel führte Regie und schrieb am Drehbuch mit. Akiva Goldsman, Anders Thomas Jensen und Jeff Pinkner beteiligten sich ebenfalls. Goldsman produzierte den Film mit Ron Howard und Erica Huggins. Tom Holkenborg komponierte die Musik, während Rasmus Videbæk die Kamera führte. Alan Edward Bell und Dan Zimmerman übernahmen den Schnitt. Der Film läuft 95 Minuten und erhielt eine FSK-Freigabe ab zwölf Jahren.

Idris Elba spielt Roland Deschain, den Revolvermann. Matthew McConaughey verkörpert Walter, den Mann in Schwarz. Tom Taylor übernimmt Jake Chambers, während Abbey Lee Tirana spielt. Jackie Earle Haley tritt als Sayre auf. Claudia Kim spielt Arra Champignon, Fran Kranz verkörpert Pimli. Michael Barbieri übernimmt die Rolle des Timmy. Die Dreharbeiten begannen im April 2016 in Südafrika. Das Team drehte in Kapstadt, den Zederbergen und mehreren Nationalparks. Weitere Aufnahmen entstanden in New York nahe dem Madison Square Park.

Der Film basiert auf Stephen Kings achtbändiger Fantasy-Saga „Der dunkle Turm“. Frühere Verfilmungsversuche scheiterten seit 2007. Ende Juli 2016 beendete das Team die Dreharbeiten. Die Premiere fand am 31. Juli 2017 in New York statt. Der US-Kinostart folgte am 4. August 2017. In Deutschland startete der Film am 10. August 2017. Rund 60 Millionen Dollar Produktionskosten standen 113,2 Millionen Dollar Einnahmen gegenüber.

Inhalt & Handlung vom Film „Der dunkle Turm“

Der zwölfjährige Jake Chambers lebt in New York und leidet unter bedrückenden, wiederkehrenden Visionen. Darin bedroht ein schwarz gekleideter Mann einen mächtigen Turm, während ein Revolvermann entschlossen gegen ihn kämpft. Zudem erscheinen Jake immer wieder die Zahlen 19-19 sowie ein verlassenes Haus. Deshalb hält er seine Eindrücke sorgfältig in zahlreichen detaillierten Zeichnungen fest. Seine Mutter, sein Stiefvater und sein Freund Timmy zweifeln jedoch an seinen Schilderungen. Auch Psychiater Dr. Hotchkiss führt die Bilder auf den Tod seines Vaters Elmer zurück. Jake widerspricht dieser Erklärung, weil er selbst im wachen Zustand fremde Menschen mit vernähten Gesichtern erkennt. Schließlich entfernt er sämtliche Zeichnungen aus seinem Zimmer, doch seine Familie plant bereits eine Einweisung.

Als angebliche Klinikmitarbeiter Jake abholen wollen, erkennt er sofort ihre künstlich wirkenden Gesichter. Daraufhin flieht er und sucht gezielt das verlassene Haus aus seinen Träumen. Im Inneren stößt er auf eine technische Anlage mit einer auffälligen Zielkonsole. Nachdem Jake den Code 19-19 eingegeben hat, öffnet sich plötzlich ein Portal vor ihm. Dieses schleudert ihn unmittelbar in die stürmische Wüste der fremden Mittwelt. Am folgenden Morgen erreicht Jake einen bekannten Ort, wo er dem Revolvermann Roland Deschain begegnet. Zunächst reagiert Roland deutlich misstrauisch, doch Jakes umfangreiche Zeichnungen überzeugen ihn schließlich. Gemeinsam durchqueren sie anschließend eine verfallene Landschaft, in der zahlreiche rätselhafte Überreste verstreut liegen. Dabei erklärt Roland, dass er der letzte Revolvermann aus Gilead und Walters erbitterter Gegner ist.

Flucht nach New York

Walter reist als Hexer durch verschiedene Welten und beseitigt Widerstand. Seine Magie tötet Menschen, erzeugt Illusionen und weckt Hass. Zudem sucht er Kinder mit Shining, weil deren Kraft den Turm zerstören kann. Jakes Begabung macht ihn deshalb zu Walters wichtigstem Ziel. Währenddessen verfolgt Roland seinen Wunsch nach Rache und vernachlässigt den Schutz des Turms. Dennoch erklärt er Jake dessen Bedeutung für die Wirklichkeit. Auftretende Risse kündigen den Zusammenbruch der Ordnung an. Schließlich findet Walter Jakes Familie, liest die Erinnerungen seiner Mutter und tötet sämtliche Angehörigen.

Roland bringt Jake in ein Dorf, damit die Seherin Arra seine Fähigkeiten untersucht. Unterwegs greift ein Dämon beide an und verletzt Roland schwer. Die Bewohner können seine Wunde nur unzureichend behandeln. Arra erkennt Jakes Shining, das ihm Blicke über Weltengrenzen ermöglicht. Trotzdem spürt Walter seinen Aufenthaltsort auf und schickt Gefolgsleute in das Dorf. Jake und Roland entkommen knapp durch ein Portal nach New York. Dort behandeln Ärzte Rolands Verletzung. Anschließend bringt er Jake den Umgang mit einem Revolver bei. Walter findet den Jungen erneut und verschleppt ihn in seine Anlage.

Trotz seiner Gefangenschaft nutzt Jake sein Shining und hält das Portal für Roland geöffnet. Dadurch kann der Revolvermann ihm in Walters Anlage folgen. Dort zwingt der Hexer ihn zu einem Kampf. Mit Täuschungen und Magie bringt Walter Roland beinahe zu Fall. Jake unterstützt ihn und erinnert ihn an seine Verantwortung. Daraufhin löst sich Roland von seinem Rachegedanken und stellt den Schutz des Turms über Ziele. Schließlich durchschaut er Walters Angriff, erschießt ihn und befreit Jake. Danach besitzt der Junge keine familiäre Bindung mehr an New York. Deshalb verlässt er seine Heimat und kehrt mit Roland nach Mittwelt zurück.

Filmkritik und Fazit zum Film „Der dunkle Turm“

Der dunkle Turm“ verdichtet Stephen Kings weitläufige Mythologie zu einem erstaunlich schmalen Genrefilm. Nikolaj Arcel inszeniert zügig, doch seine Regie entwickelt kaum Atmosphäre oder räumliche Größe. Rasmus Videbæks Kamera liefert klare Wüstenbilder, während New York gewöhnlich und funktional erscheint. Idris Elba verleiht Roland Ruhe, Präsenz und eine glaubhafte Müdigkeit. Dagegen spielt Matthew McConaughey den Hexer mit überdeutlicher Lässigkeit und geringer Tiefe.

Besonders gelungen wirkt Rolands Schießtraining mit Jake, weil Bewegung und Schnitt ihre Verbindung präzise vermitteln. Später zeigt ein Angriff Rolands Geschwindigkeit durch sauber gesetzte Blicke, Griffe und Schüsse. Solche Momente besitzen Rhythmus, bleiben jedoch selten. Häufig hetzt das Drehbuch zwischen Erklärungen, Schauplätzen und Konflikten ohne ausreichendes Gewicht. Tom Taylor spielt Jake konzentriert, muss aber viele Zusammenhänge lediglich aussprechen. Auch Tom Holkenborgs Musik verstärkt Tempo, ersetzt jedoch keine Spannung. Der Film bleibt ordentlich gespielt, aber viel zu flach.

Sein größtes Problem liegt in der radikalen Verdichtung umfangreicher Figuren, Regeln und Motive. Dadurch wirken Übergänge sprunghaft, während emotionale Entscheidungen kaum vorbereitet erscheinen. Selbst der abschließende Zweikampf endet mechanisch, obwohl Elba ihm Haltung und Präzision gibt. Fans vermissen Tiefe, Neulinge erhalten nur ein hastiges Grundgerüst. Als kompakte Fantasyaction funktioniert der Film stellenweise durch Elbas Präsenz und klare Gefechte. Als Verfilmung einer großen Saga scheitert er jedoch an Tempo, Vereinfachung und fehlender Eigenständigkeit.

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