Der Kaufmann von Venedig

Der Kaufmann von Venedig“ ist ein britischer Film aus dem Jahre 2004 und basiert auf ein Stück von William Shakespeares. Es ist die erste Kinofassung des Stücks, denn zuvor sind nur Fernsehfassungen erschienen. Im folgenden Jahr erhielt der Spielfilm eine Nominierung der BAFTA für das beste Kostümdesign.

Keine Produkte gefunden.

Dauer: 138 Min.
FSK: ab 12 Jahren
Jahr:
Regie: Michael Radford
Produzenten: Cary Brokaw, Michael Cowan, Jason Piette
Hauptdarsteller: Al Pacino, Jeremy Irons, Joseph Fiennes
Nebendarsteller: Lynn Collins, Zuleikha Robinson, Kris Marshal
Studio: Sony Pictures Classics
Sprachen: Deutsch, English

Drehorte, Produzent, Besetzung von „Der Kaufmann von Venedig“

Michael Radford führte während des Dreh der 138 Minuten des Spielfilms „Der Kaufmann von Venedig“ die Regie. Er selbst sorgte auch für die Entstehung des Drehbuchs, nach einem Stück von William Shakespeare. Radford hatte die Chance, mit einem Budget von 30 Millionen US-Dollar zu arbeiten. Am Ende gab es eine Altersfreigabe ab dem 12. Lebensjahr und Einspielergebnisse von fast 22 Millionen Dollar. Für die Produktion waren Cary Brokaw, Jason Piette, Michael Cowan, Barry Navidi und Luciano Martino zuständig.

Kameramann Benoît Delhomme filmte die Szenen und übergab sie Lucia Zucchetti zum Schneiden. Eine Vielzahl der Kritiker lobten die Darstellungen des Shylock durch den Darsteller Al Pacino und die der Stadt Venedig. Dafür erhielt Bruno Rubeo auch den Nastro d’Argento in der Kategorie „Szenografie“. Jeremy Irons schlüpft in die Rolle von Antonio und Joseph Fiennes zeigt sich als Bassanio. Für Portia stand Lynn Collins vor der Kamera und Zuleikha Robinson gab Jessica ein Gesicht. In weiteren Nebenrollen sehen Sie: Kris Marshall, Charlie Cox, Heather Goldenhersh, Mackenzie Crook, John Sessions, Gregor Fisher, Ron Cook, Allan Corduner, Anton Rodgers, David Harewood und Jules Werner.

Handlung & Story vom Film „Der Kaufmann von Venedig“

16. Jahrhundert: Einleitung über die antijüdische Gesetzgebung Venedigs. Die besagt, dass die Juden in Gettos leben, hauptsächlich nur als Geldverleiher arbeiten und rote Hüte tragen müssen. Mitunter finden Pogrome statt, dabei werden Juden willkürlich ermordet.

1596: Antonio ist ein venezianischer Kaufmann Antonio. Aufgrund der Bitte seines Freundes hilft er Bassanio finanziell aus der Patsche. Der Grund liegt darin, dass Bassanio um die Hand der reichen und schönen Portia anhalten möchte. Sie ist eine junge Adelige und ohne Geld ist eine Hochzeit nicht möglich.

Ein unmoralisches Angebot

Antonio gehören mehrere Handelsschiffe, was ihn dazu veranlasst sich Geld bei einem jüdischen Geldverleiher leiht. Shylock leidet unter der Verachtung der Christen in Italien, weswegen er einen tief sitzenden Groll gegen die Gesellschaft hegt. Überraschenderweise verzichtet Shylock auf die üblichen Zinsen. Allerdings verlangt er im Gegenzug „ein Pfund Fleisch“ aus Antonios Körper, jedoch nimmt Antonio diese Forderung nicht ernst. So unterzeichnet Antonio den Schuldschein. Natürlich rechnet er damit, dass seine Schiffe schon bald reich beladen nach Venedig kommen.

Shylocks Diener wechselt zu Bassanio, was Shylock als Beleidigung ansieht. Kurz darauf brennt Shylocks Tochter Jessica mit dem Vermögen des Vaters durch, denn ein Christ versprach ihr die Ehe. Am Boden zerstört möchte Shylock lieber das „Pfund Fleisch“, als das Doppelte der Schulden. Bassanio fährt zur Insel Belmont, das ist die Heimat von Portia. Der verstorbene Vater hinterließ testamentarisch, dass die Bewerber erst die Prüfung bestehen müssen, was ihm gelingt.

Empörung der Öffentlichkeit

Bassanio und Portia sind superverliebt, sodass sie direkt ihre Verlobung bekanntgeben. Doch plötzlich erreicht Bassanio die Nachricht über Antonios Pleite. Seine Schiffe sind verschollen, sodass er Shylock nicht die Schulden zurückzahlen kann. Die Öffentlichkeit und selbst Richter versuchen, Shylock von seinem wahnsinnigen Vorhaben abzubringen. Aber er kann nicht beirrt werden und möchte das Fleisch von Antonio. Plötzlich erscheint ein junger „Advokat“ Balthasar, dies ist Portia. Sie bestätigt, er hat Recht auf das Fleisch, aber er darf kein Christenblut vergießen.

Bei nicht Beachtung droht ihm die Todesstrafe. Zu allem Überfluss konfisziert der Staat seine Güter. Shylock gibt klein bei, aber Balthasar setzt noch einen obendrauf. Shylock hat gerade versucht, nach dem Leben eines echten Bürgers Venedigs zu trachten. So wandert eine Hälfte seines Vermögens zum Gegner und die andere Hälfte fällt dem Staat in den Schoß. Darauf bietet Antonio großmütig die Rückgabe seiner Hälfte an. Bedingung ist, dass Shylock zum Christentum konvertiert. Seine Güter sollen nach dem Tod an Jessica und Freund Lorenzo übergeben. Am Ende steht ein seelisch gebrochen Shylock da.

Fazit & Kritiken zum Film „Der Kaufmann von Venedig“

Lange Zeit wollte Al Pacino den Shylock spielen, es dauerte aber, bis er das passende Alter dafür hatte. Als dann die Frage von Regisseur Michael Radford kam, war er direkt Feuer und Flamme. Shylock gehört zu den komplexesten Charakteren, die jemals aus Shakespeares Feder kamen. Pacino erhält zwei Gelegenheiten, begeisternde Monologe vor der Kamera vorzutragen. Eigentlich sollte Jeremy Irons als gutmütiger Antonio das Gegengewicht bieten. Leider bleibt er etwas in der schmählichen Opferrolle zurück.

Michael Radford sorgte bereits 1995 mit „Der Postmann“ für den Indie-Hit des Jahres. Das kam ihm bei dem klassischen Shakespeare zugute. Er zeigt ein feines Gespür für Ausgewogenheit der Inszenierung. Bei den Dialogen gab sich der Drehbuchautor größte Mühe, der Vorlage treu zu bleiben. So beruft Radford sich stark auf Shakespeare, aber eine zeitgemäße Anpassung hätte mehr Spannungspotenzial geboten. Trotzdem ist „Der Kaufmann von Venedig“ ein klassisches, großes Kino. Dem Regisseur gelingt der Balanceakt zwischen einem tiefgreifenden Drama und einer hingebungsvollen Romanze.

X