The Batman
Sieben Jahre lagen zwischen der Ankündigung eines neuen Batman-Films und seiner Premiere. Ben Affleck sollte Regie führen und die Titelrolle spielen, dann zog er sich zurück. Matt Reeves übernahm, schrieb das Drehbuch neu und verlagerte den Schwerpunkt auf die Ermittlungsarbeit. Robert Pattinson erbte den Umhang. „The Batman“ lief am 3. März 2022 in den deutschen Kinos an, einen Tag vor dem US-Start. Gotham City erscheint darin als Ort im Dauerregen. Mit 177 Minuten ist es die längste Verfilmung, die die Figur je bekommen hat.
| Dauer: | 177 Min. |
|---|---|
| FSK: | ab 12 Jahren |
| Jahr: | 2022 |
| Regie: | Matt Reeves |
| Produzenten: | Dylan Clark, Matt Reeves |
| Hauptdarsteller: | Robert Pattinson, Zoë Kravitz, Paul Dano |
| Nebendarsteller: | Jeffrey Wright, John Turturro, Peter Sarsgaard |
| Studio: | Warner Bros. |
| Sprachen: | Deutsch, English |
Reeves löste seinen Film aus dem DC Extended Universe heraus und begann von vorn. Das Ergebnis ist eher Kriminalfilm als Superheldenspektakel, angesiedelt im zweiten Jahr einer Maskenkarriere. Greig Fraser fotografierte Gotham in Bernstein und Schwarz, Michael Giacchino schrieb ein Motiv aus wenigen schweren Tönen. Die Dreharbeiten fielen mitten in die Pandemie und zogen sich über vierzehn Monate. Am Ende stand der Auftakt einer geplanten Trilogie. Wie viel Detektivarbeit verträgt eine Figur, die das Publikum vor allem als Faust kennt?
Besetzung, Drehorte & Infos
Die Regie von „The Batman“ übernahm Matt Reeves, der das Drehbuch gemeinsam mit Peter Craig verfasste. Ein früheres Skript von Ben Affleck und Geoff Johns hatte zuvor Chris Terrio überarbeitet, bevor Reeves alles noch einmal neu schrieb. Michael Giacchino, bereits mit einem Oscar ausgezeichnet, komponierte die Musik. Hinter der Kamera stand Greig Fraser. Den Schnitt verantworteten William Hoy und Tyler Nelson. Reeves unterschrieb im Februar 2017 als Regisseur und Co-Produzent und wollte den Detektiv in den Mittelpunkt rücken.
Robert Pattinson spielt Bruce Wayne und dessen maskiertes Alter Ego, nachdem Affleck die Rolle im Januar 2019 endgültig abgegeben hatte. Auch Nicholas Hoult, Armie Hammer und Aaron Taylor-Johnson waren im Gespräch für die Besetzung. Zoë Kravitz übernahm die Rolle der Catwoman, Paul Dano die des Riddlers. Jeffrey Wright spielt Commissioner Gordon, Andy Serkis den Butler Alfred Pennyworth. John Turturro verkörpert den Gangsterboss Carmine Falcone, Colin Farrell dessen rechte Hand, den Pinguin. Peter Sarsgaard gehört ebenfalls zum Ensemble dieser Neubesetzung.
Die Dreharbeiten begannen am 27. Januar 2020 in London und wurden von der Pandemie zweimal unterbrochen. Es folgten Aufnahmen in den Warner Bros. Studios Leavesden, in Glasgow und in Liverpool, bevor am 13. März 2021 abgedreht wurde. Für einzelne Szenen kam die StageCraft-Technik von Industrial Light and Magic zum Einsatz. Der Film läuft 177 Minuten und ist in Deutschland ab zwölf Jahren freigegeben. Nominierungen gab es bei den Oscars für visuelle Effekte, Make-up und Ton.
Inhalt & Handlung vom Film „The Batman“
Halloween in Gotham City. Der Bürgermeister Don Mitchell Jr. wird in seiner Wohnung ermordet und verstümmelt aufgefunden. Lieutenant James Gordon zieht am Tatort einen Mann hinzu, den die Stadt seit zwei Jahren fürchtet und die Polizei nur widerwillig duldet. Hinter der Maske steckt der vermögende Bruce Wayne, was niemand außerhalb seines Hauses weiß. Der Mörder hat am Tatort ein Rätsel hinterlassen, adressiert an genau diesen Ermittler. Weitere Rätsel folgen, jedes an eine neue Leiche geknüpft. Unter den Toten ist auch der Commissioner der Stadt. In einer Videobotschaft stellt sich der Täter der Öffentlichkeit als Riddler vor. Er behauptet, alle seine Opfer seien in Korruption verstrickt, und macht die Stadt darauf aufmerksam.
Batman und Gordon finden Aufnahmen, die Mitchell mit einer unbekannten Frau vor der Iceberg Lounge zeigen. Der Club gehört zum Reich von Carmine Falcone und wird zudem von dessen rechter Hand geführt, dem Pinguin. Das Gespräch mit ihm bringt zwar nichts, dafür entdeckt Batman dort jedoch die Kellnerin Selina Kyle, die eine Verbindung zum Opfer hatte. Deshalb folgt er ihr nach Hause und sieht dort schließlich die gesuchte Frau: Annika, Kyles Freundin. Bevor er sie jedoch befragen kann, ist sie bereits verschwunden. Dadurch führt die Spur weiter in die Behörden der Stadt. Der ermordete Commissioner stand nämlich auf Falcones Gehaltsliste, ebenso wie der noch lebende Bezirksstaatsanwalt Gil Colson. Mit jedem neuen Namen wird deshalb das Netz aus Gefälligkeiten größer. Gordon und Batman ermitteln damit schließlich gegen die eigene Behörde mit.
Rätsel, Ratten und alte Schulden
Der Riddler entführt Colson und schickt ihn mit einer Zeitbombe zur Trauerfeier für den Bürgermeister. Per Telefon stellt er drei Rätsel. Colson verweigert jedoch die letzte Antwort, weil sie einen Informanten entlarven würde. Deshalb tötet ihn der Riddler vor der Trauergesellschaft. Batman verdächtigt zunächst den Pinguin, doch Annikas Leiche widerlegt diese Spur. Gleichzeitig beschuldigt der Riddler Thomas Wayne, einen Mord veranlasst zu haben.
Alfred Pennyworth könnte die Vorwürfe erklären, liegt nach einer für Bruce bestimmten Paketbombe jedoch im Krankenhaus. Dort berichtet er, dass Thomas Wayne Falcone beauftragte, einen Journalisten einzuschüchtern. Nachdem dieser ermordet wurde, wollte Wayne jedoch zur Polizei gehen. Alfred hält es deshalb für möglich, dass Falcone anschließend Bruce Waynes Eltern töten ließ. Zugleich offenbart Selina Kyle, dass Falcone ihr Vater ist. Schließlich stellt sich heraus, dass Falcone der gesuchte Informant war. Zudem ermordete er Annika, damit seine Rolle geheim blieb.
Kyle will Falcone daraufhin töten, doch Batman und Gordon verhindern es. Kurz darauf erschießt der Riddler Falcone aus einem Fenster. Bei seiner Festnahme wird er als Edward Nashton enttarnt. Der Wirtschaftsforensiker betrachtet Batman als Gleichgesinnten, doch dieser widerspricht entschieden. Daraufhin lässt Nashton Bomben explodieren und nimmt weitere Amtsträger ins Visier. Batman und Gordon retten zwar die Bedrohten, doch große Teile Gothams stehen anschließend unter Wasser. Während Kyle die Stadt verlässt, erkennt Batman schließlich, dass er künftig Hoffnung statt Furcht verbreiten muss. Im Arkham Asylum freundet sich Nashton währenddessen mit einem auffällig lachenden Zellennachbarn an.
Filmkritik und Fazit zum Film „The Batman“
Matt Reeves inszeniert „The Batman“ als Kriminalfilm, der seine Herkunft aus dem Comic nie verleugnet. Greig Frasers Kamera arbeitet mit tiefen Schatten und wenigen Lichtquellen, oft steht eine einzige Leuchte gegen die Nacht. Robert Pattinson spielt die Figur als verschlossenen Beobachter, der mehr notiert als spricht. Paul Dano gibt dem Riddler eine gepresste Beflissenheit, die unangenehmer wirkt als jedes Gebrüll. Jeffrey Wright und Andy Serkis erden die Erzählung mit ruhigem Spiel. Zoë Kravitz behauptet sich als Figur mit eigener Rechnung. Michael Giacchinos Musik arbeitet mit einem simplen, unerbittlich wiederkehrenden Motiv, das sich früh festsetzt.
Das Tempo ist bewusst niedrig gehalten und trägt über weite Strecken. Bei 177 Minuten geraten manche Verhöre und Übergänge dennoch zäh. Die Verfolgungsjagd, in der Scheinwerfer und Motorenlärm aus dem Regen auftauchen, gehört zu den kraftvollsten Sequenzen der jüngeren Comicverfilmungen. Ebenso stark ist der Auftritt in der Iceberg Lounge, wo sich die Kamera durch rotes Licht und Rauch tastet. Als Genrebeitrag verschiebt die Regie die Gewichte vom Spektakel zur Ermittlung. Die Stadt selbst wird dabei zur Hauptfigur, ein Gewirr aus Regen, Beton und alten Absprachen.
Für Freunde düsterer Kriminalgeschichten lohnt sich der Film ohne Einschränkung. Wer Comicverfilmungen wegen ihrer Farbigkeit und ihres Tempos schätzt, sollte die Laufzeit einkalkulieren. Reeves liefert einen Neuanfang, der ohne Vorwissen funktioniert und trotzdem tief in die Mythologie der Figur greift. Die letzten zwanzig Minuten öffnen die Tür zu einer Fortsetzung, ohne die Erzählung unabgeschlossen zu lassen. Wer Gotham als Ort und nicht als Kulisse erleben will, ist hier richtig.

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