The Little Things

Der Serienmörderfilm ist ein müdes Genre geworden, überfüllt mit Profilern und Pinnwänden voller Fotos. John Lee Hancock führte bei „The Little Things“ Regie und schrieb zugleich das Drehbuch, und beides greift eng ineinander. Sein Film spielt im Jahr 1990, in einem Kalifornien ohne DNA-Datenbanken und ohne Mobiltelefone. Ermittelt wird zu Fuß, mit Notizblock und mit Geduld. Zwei Polizisten von sehr gegensätzlichem Charakter stehen im Zentrum. Der Titel verweist auf jene Kleinigkeiten, an denen sich ein Fall entscheidet.

The Little Things
Dauer: 128 Min.
FSK: ab 16 Jahren
Jahr:
Regie: John Lee Hancock
Produzenten: Mark Johnson, John Lee Hancock
Hauptdarsteller: Denzel Washington, Rami Malek, Jared Leto
Nebendarsteller: Chris Bauer, Michael Hyatt, Terry Kinney
Studio: Warner Bros.
Sprachen: Deutsch, English

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Warner Bros. Pictures veröffentlichte den Film am 29. Januar 2021 zeitgleich in den US-Kinos und auf der Streaming-Plattform HBO Max. In Deutschland folgte der Start am 8. Juli 2021. Denzel Washington und Rami Malek spielen die Ermittler, Jared Leto den Mann, auf den sich ihr Verdacht richtet. Leto erhielt dafür Nominierungen bei den Golden Globes und bei den Screen Actors Guild Awards. Was macht ein ungelöster Fall mit dem Menschen, der ihn nicht loslassen kann?

Besetzung, Drehorte & Infos

Bei „The Little Things“ handelt es sich um einen US-amerikanischen Krimi-Thriller aus dem Jahr 2021. John Lee Hancock führte Regie und schrieb das Drehbuch. Die Musik komponierte Thomas Newman, hinter der Kamera stand John Schwartzman. Den Schnitt übernahm Robert Frazen. Im März 2019 wurde bekannt, dass Hancock das Projekt übernehmen und Denzel Washington eine der Hauptrollen spielen würde. Im Mai 2019 folgte die Besetzung von Rami Malek.

Denzel Washington und Rami Malek spielen zwei Polizisten mit gegensätzlichen Charakteren und Vorgehensweisen. Jared Leto wurde im August 2019 erstmals als Antagonist genannt. Natalie Morales, Sofia Vassilieva und Terry Kinney gehören ebenfalls zur Besetzung. Jason James Richter und Chris Bauer ergänzen das Ensemble. Zu den Figuren zählen der ausgebrannte Beamte Joe Deacon, der Detective Jimmy Baxter, der Verdächtige Albert Sparma und der Vorgesetzte Farris. Bis einschließlich Oktober 2019 waren auch die Nebenrollen besetzt.

Die Dreharbeiten begannen Anfang September 2019 in Los Angeles und endeten im Dezember desselben Jahres. Der Film läuft 128 Minuten und ist in Deutschland ab sechzehn Jahren freigegeben, in den USA erhielt er ein R-Rating. Die deutschsprachige Synchronisation entstand bei der FFS Film- und Fernseh-Synchron GmbH in Berlin, mit Dialogbuch von Tobias Neumann und Dialogregie von Tobias Meister. Nach dem Tod von Washingtons Standardstimme Leon Boden übernahm erstmals Sven Brieger dessen Part. Jared Leto wurde 2021 zweifach als bester Nebendarsteller nominiert.

Inhalt & Handlung vom Film „The Little Things“

Kalifornien im Jahr 1990. Eines Nachts wird ein Mädchen auf einer Autobahn von einem Autofahrer verfolgt. Deshalb hält sie an einer verlassenen Tankstelle an, macht dort einen Lastwagenfahrer auf sich aufmerksam und entkommt schließlich. Einige Zeit später soll der ausgebrannte Polizist Joe Deacon Beweisstücke beim Los Angeles County Sheriff’s Department abholen. Weil es jedoch zu einer Verzögerung kommt, begleitet er Detective Jimmy Baxter zum Tatort eines neuen Mordes. Deacon, der hier bis zu seinem Burnout selbst ermittelte, erkennt dabei Ähnlichkeiten zu einem alten Serienmordfall, den er damals nicht lösen konnte.

In derselben Nacht wird Ronda Rathbun beim Joggen von einem Auto verfolgt und später als vermisst gemeldet. Währenddessen erfährt Baxter, dass Deacon wegen seiner Besessenheit von dem alten Fall einen Herzinfarkt erlitt. Trotzdem nimmt Deacon Urlaub und arbeitet weiterhin an den Ermittlungen. Kurz darauf wird außerdem die Leiche eines weiteren Opfers unter einer Brücke gefunden. Dabei entspricht die Vorgehensweise den früheren Taten: Alle Opfer waren Prostituierte und wurden erstochen. Daraufhin beginnt Deacon gegen Albert Sparma zu ermitteln, der in einem Reparaturgeschäft nahe der Tatorte arbeitet.

Ein Verdächtiger ohne Beweise

Deacon verfolgt Sparma und nimmt ihn schließlich zum Verhör fest. Dort verhöhnt Sparma die Ermittler und provoziert Deacon gezielt. Anschließend lassen die Ermittler ihn jedoch wieder frei. Die junge Frau von der Autobahn scheidet allerdings als Zeugin aus, weil sie Sparma zuvor in Handschellen gesehen hat. Gleichzeitig will das FBI die Ermittlungen übernehmen. Zudem berichtet Farris Baxter, dass Sparma acht Jahre zuvor einen Mord gestanden hatte, den er unmöglich begangen haben konnte. Auch sein Fingerabdruck ähnelt dem des Mörders lediglich, weshalb die Ermittler weiterhin kaum belastbare Hinweise gegen Sparma besitzen.

Deacon drängt Baxter schließlich dazu, Sparmas Wohnung illegal zu durchsuchen. Während Baxter ihn in eine Bar lockt und dort beschäftigt, durchsucht Deacon die Räume. Dabei findet er Zeitungsausschnitte über lokale Mordfälle sowie ein Gerät zum Abhören des Polizeifunks. Sparma setzt jedoch einen falschen Notruf ab und schüttelt dadurch seine Beschatter ab. Daraufhin flieht Deacon in letzter Sekunde über das Dach. Später fragt Baxter ihn, ob er in der Wohnung eine rote Haarspange gesehen habe, wie Ronda Rathbun sie bei ihrer Entführung trug. Deacon verneint allerdings und erklärt, dass er die Durchsuchung vorzeitig abbrechen musste.

Nach erfolgloser Observierung sucht Sparma schließlich selbst den Kontakt zu Baxter und bietet ihm an, ihn zu Rathbuns Leiche zu führen. In der Wüste zwingt er ihn dazu, mehrere Löcher zu graben, und behauptet dann, niemanden getötet zu haben. Als Sparma jedoch Baxters Töchter erwähnt, verliert der Detective die Kontrolle und erschlägt ihn mit einer Schaufel. Eine Rückblende zeigt anschließend, dass Deacon einst versehentlich die Überlebende seines alten Falls erschoss und Farris sowie weitere Beteiligte den Vorfall vertuscht haben. Später schickt Deacon Baxter eine rote Haarspange. Währenddessen verbrennt er Sparmas Sachen sowie eine neue Packung Haarspangen. Aus dieser fehlt ausgerechnet die rote Spange, die Baxter erhalten hat.

Filmkritik und Fazit zum Film „The Little Things“

John Lee Hancock inszeniert „The Little Things“ als Ermittlerfilm alter Schule, während John Schwartzmans Kamera mit Nachtaufnahmen, Straßenlaternen und Innenräumen arbeitet, in denen das Neonlicht flackert. Thomas Newmans Musik bleibt dabei spärlich und setzt eher Pausen als Akzente. Zugleich lässt Robert Frazens Schnitt Verhören und Autofahrten ihre volle Länge. Denzel Washington spielt den ausgebrannten Beamten mit einer Müdigkeit, die man ihm sofort abnimmt, während Rami Malek den Aufsteiger als Mann gibt, dessen Fassade zunehmend Risse bekommt. Jared Leto legt seine Rolle dagegen als schlaffe, kaum greifbare Provokation an.

Das Tempo ist niedrig, die Auflösung verweigert jede Genugtuung. Das Verhör, in dem ein Verdächtiger die Ermittler systematisch aus der Fassung bringt, ist die stärkste Szene des Films. Ähnlich die Durchsuchung einer fremden Wohnung, während draußen bereits die Streifenwagen anrollen. Die Bildsprache trifft das Kalifornien von 1990 ohne nostalgischen Zuckerguss. Als Thriller verzichtet der Film auf die übliche Zielgerade und interessiert sich mehr für Schuld als für Aufklärung. Diese Entscheidung wird nicht jedem gefallen.

Wer Ermittlerfilme mag, in denen mehr geredet als geschossen wird, kommt hier auf seine Kosten. Die Freigabe ab sechzehn Jahren passt zu den Tatortbildern. Wer eine saubere Auflösung erwartet, verlässt den Saal unzufrieden. Für Liebhaber düsterer Polizeigeschichten und für Fans der drei Hauptdarsteller lohnt sich der Film. Er stellt eine Frage und lässt sie mit voller Absicht offen.