Lightyear

Pixar hat sich selten so weit aus dem eigenen Fenster gelehnt wie mit dieser Idee. „Lightyear“ ist ein Spin-off des Toy-Story-Franchises und erzählt vom Spaceranger, nach dem die Spielzeugfigur benannt wurde. Angus MacLane führte Regie und schrieb gemeinsam mit Jason Headley das Drehbuch. Die Entwicklung begann nach dem Abschluss von Findet Dorie. Im Dezember 2020 kündigte Disney das Projekt bei einem Investorentreffen offiziell an. Das Produktionsbudget lag ohne Marketing bei 200 Millionen US-Dollar. Deutschland sah den Film einen Tag früher als die Vereinigten Staaten.

Lightyear
Dauer: 100 Min.
FSK: ab 6 Jahren
Jahr:
Regie: Angus MacLane
Produzenten: Galyn Susman
Hauptdarsteller: Chris Evans, Keke Palmer, Peter Sohn
Nebendarsteller: Taika Waititi, Dale Soules, James Brolin
Studio: Pixar
Sprachen: Deutsch, English

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Für die Produktion engagierte das Studio einen ehemaligen Mitarbeiter von Industrial Light and Magic. Er baute ein Raumschiffmodell, das die VFX-Abteilung inspirieren sollte. Michael Giacchino schrieb die Musik, die Kamera führten Jeremy Lasky und Ian Megibben. Im Juni 2022 verboten vierzehn islamische Länder öffentliche Vorführungen, weil sich zwei weibliche Figuren küssen. Disney hatte den Kuss zunächst herausgeschnitten und nach Protesten von Pixar-Mitarbeitern wieder eingefügt. Wie viel Eigenständigkeit erlaubt ein Film, der die Vorgeschichte eines Spielzeugs sein soll?

Besetzung, Drehorte & Infos

Der Computeranimationsfilm „Lightyear“ entstand 2022 in den Vereinigten Staaten bei den Pixar Animation Studios. Regie führte Angus MacLane, der zusammen mit Jason Headley auch das Drehbuch schrieb. Die Musik komponierte Michael Giacchino, für die virtuelle Kamera zeichnen Jeremy Lasky und Ian Megibben verantwortlich. Den Schnitt übernahm Anthony J. Greenberg. Den Verleih besorgte Walt Disney Studios Motion Pictures. Es handelt sich um einen 3D-Film, der in Deutschland am 16. Juni 2022 startete. Der Start in den Vereinigten Staaten folgte einen Tag später.

Chris Evans spricht in der amerikanischen Originalfassung den Spaceranger Buzz Lightyear. Keke Palmer ist als Izzy Hawthorne zu hören, die Enkelin von Buzz‘ Kollegin Alicia. Peter Sohn leiht der Roboterkatze Sox seine Stimme, einem Geschenk innerhalb der Handlung. James Brolin, Taika Waititi, Dale Soules und Uzo Aduba ergänzen das Sprecherensemble der Originalfassung. Zu den Figuren gehören außerdem Commander Burnside und der Roboterherrscher Zurg. Die deutsche Synchronisation verantwortete die FFS Film- und Fernseh-Synchron GmbH in Berlin. Synchronregie führte Sven Hasper.

Die Laufzeit beträgt 100 Minuten, die FSK gab den Film ab sechs Jahren frei. Die Entwicklung begann nach Abschluss der Arbeiten an Findet Dorie aus dem Jahr 2016. Offiziell angekündigt wurde das Projekt im Dezember 2020. Das Produktionsbudget betrug ohne Marketing 200 Millionen US-Dollar. Für die Gestaltung der Raumschiffe holte Pixar einen früheren Mitarbeiter von Industrial Light and Magic ins Haus. Seit dem 3. August 2022 steht der Film auf Disney+ bereit. In vierzehn islamischen Ländern blieb er verboten.

Inhalt & Handlung vom Film „Lightyear“

Buzz Lightyear erforscht mit seiner Spaceranger-Crew die entlegenen Regionen des Alls, als ein Notsignal das Schiff zu einem nahen Planeten führt. Dort angekommen, werden sie sofort von Lianen und riesigen Käfern angegriffen, sodass die Ranger nur knapp ihr Raumschiff erreichen. Obwohl ihm die Crew ihre Hilfe anbietet, lehnt Buzz ab und will das große Schiff allein starten. Zunächst scheint das Manöver zu gelingen, doch dann stürzen sie ab. Die Schäden sind so schwer, dass die Gruppe strandet und der Rückweg zur Erde vorerst versperrt bleibt. Innerhalb eines Jahres kolonisiert die inzwischen aus dem Kryoschlaf erwachte Mannschaft den Planeten. Währenddessen übernimmt Buzz eine kaum lösbare Aufgabe, denn er soll einen neuen Treibstoff für den Hyperantrieb testen.

Beim ersten Testflug treten Probleme auf, weshalb Buzz nur mit Mühe zurückkehrt. Auf dem Planeten erfährt er schließlich, was der Versuch gekostet hat. Während für ihn lediglich vier Minuten vergingen, sind für die Crew bereits vier Jahre vergangen. Durch die Zeitdilatation wird somit jeder Start zu einem Sprung in die Zukunft. Trotzdem will Buzz seine Mission unbedingt beenden und unternimmt zahlreiche weitere Testflüge, ohne dabei wirkliche Fortschritte zu erzielen. Unterdessen altern seine Freunde, gründen Familien und sterben schließlich. Obwohl der Planet weiterhin bevölkert bleibt, überlebt Buzz fast alle seine Kameraden. So widmet er sein gesamtes Leben derselben Aufgabe, während ihn bei jeder Rückkehr ein veränderter Planet erwartet. Die Roboterkatze Sox, die er von seiner Kollegin Alicia Hawthorne geschenkt bekam, arbeitet während dieser mehr als sechzig Jahre unermüdlich weiter, bis sie den Treibstoff schließlich perfektioniert.

Ein letzter Flug

Buzz will den Treibstoff letztmals testen und seine Mission abschließen. Doch das Spaceranger-Programm wird eingestellt, da ein Laserschutznetz die Kolonie sichert. Gegen Burnsides Verbot startet Buzz trotzdem. Endlich gelingt der Hyperflug, allerdings verfehlt er bei der Rückkehr die Basis. Roboter greifen ihn an, bis Izzy Hawthorne, die Enkelin seiner verstorbenen Kollegin, und ihre Crew ihn retten. Während seiner Abwesenheit hat sich der Planet verändert. Die Mitglieder gelten als Außenseiter, halten aber zusammen und möchten Buzz unterstützen.

Gemeinsam wollen sie das Raumschiff im Orbit erreichen und den Roboteranführer ausschalten. Ihr Plan sieht vor, mit der Zerstörung des Schiffs sämtliche Roboter lahmzulegen. An Bord attackiert ein Roboter die Gruppe, der es auf Buzz abgesehen hat. Zwar gelingt die Flucht, beim nächsten Versuch wird Buzz jedoch gefangen genommen. Hinter dem Anführer namens Zurg steckt sein gealtertes Ich. Auch dieser Buzz meisterte den Hyperantrieb, wurde nach seiner Rückkehr aber als Verbrecher behandelt und floh ins All.

Ein Hyperflug brachte ihn in eine ferne Zukunft, wo er das Raumschiff entdeckte und mithilfe seiner Technik zu Zurg wurde. Nun will er mit speziellem Treibstoff in die Vergangenheit reisen und seine Fehler rückgängig machen. Buzz ist zunächst versucht, erkennt jedoch, dass er damit das erfüllte Leben seiner Freunde auslöschen würde. Als er sich weigert, greift Zurg an. Während Izzy und ihre Freunde die Roboter bekämpfen, flieht Buzz mit seinem Hyperkristall. Zurg verfolgt ihn, denn für den Zeitsprung benötigt er beide Kristalle. Im Kampf wird das Raumschiff zerstört, und die Gegner entkommen in getrennten Rettungskapseln. Schließlich vernichtet Buzz seinen Kristall und vermeintlich auch Zurg. Mit einer Bruchlandung rettet er seine Freunde. Burnside stellt ihn anschließend vor die Wahl: Gefängnis oder eine neue Spaceranger-Crew.

Filmkritik und Fazit zum Film „Lightyear“

MacLane inszeniert „Lightyear“ als geradliniges Weltraumabenteuer, das seine Anleihen offen ausstellt. Die Animation liegt auf gewohntem Pixar-Niveau, besonders im Fell und in den Bewegungen der Roboterkatze. Die Farbpalette bleibt dagegen erstaunlich schmal, viel Grau, viel Blau, wenig Überraschung. Michael Giacchinos Musik arbeitet mit Blechbläsern und treibenden Rhythmen, sie zitiert das Weltraumkino der Siebziger mit hörbarer Freude. Das Drehbuch von MacLane und Jason Headley setzt seinen stärksten Einfall früh. Die Montage der Testflüge, in der bei jeder Rückkehr vier Jahre vergangen sind, trifft härter als der gesamte dritte Akt.

Danach verliert der Film an Dringlichkeit. Die Truppe aus Neulingen liefert Slapstick, der zuverlässig funktioniert und dabei selten überrascht. Sox nimmt jede Szene für sich ein, in der die Katze auftaucht, und zwar zu Recht. Die Wendung um Zurg ist logisch vorbereitet und trotzdem seltsam blutleer inszeniert. Das Tempo bleibt hoch, die Actionsequenzen an Bord des Orbitalschiffs sind sauber montiert. Als Science-Fiction für ein junges Publikum geht das durch. Als Pixar-Film misst man ihn an anderen Maßstäben, und dort fehlt ihm die zweite Ebene.

Für Familien mit Kindern ab sechs Jahren ist der Film ein solider Kinoabend. Wer Pixar wegen Alles steht Kopf oder Soul schätzt, wird die doppelten Böden vermissen. Freunde klassischer Weltraumabenteuer bekommen dagegen eine warmherzige Hommage. Chris Evans spielt Buzz als Mann, der zu spät begreift, was er versäumt. Sox allein rechtfertigt beinahe die hundert Minuten. Ein großer Wurf ist „Lightyear“ nicht, ein netter Abend schon.