Ein letzter Job
Im April 2015 stiegen mehrere vielfach vorbestrafte Rentner in eine Schließfachanlage im Londoner Diamantenviertel ein. Mark Seal beschrieb den Fall in der Zeitschrift Vanity Fair. „Ein letzter Job“ macht daraus 2018 einen Kriminalfilm mit einem Ensemble, das die britische Schauspielgeschichte der letzten Jahrzehnte versammelt. James Marsh führte Regie, Joe Penhall schrieb das Drehbuch. Der Originaltitel lautet King of Thieves. Gedreht wurde im Sommer 2017 in London. Die deutsche Fassung kam erst im April 2019 in die Kinos.
| Dauer: | 108 Min. |
|---|---|
| FSK: | ab 12 Jahren |
| Jahr: | 2018 |
| Regie: | James Marsh |
| Produzenten: | Tim Bevan, Eric Fellner, Simon Fraser |
| Hauptdarsteller: | Michael Caine, Jim Broadbent, Tom Courtenay |
| Nebendarsteller: | Charlie Cox, Paul Whitehouse, Ray Winstone |
| Studio: | STUDIOCANAL GmbH |
| Sprachen: | Deutsch, English |
Michael Caine, Michael Gambon, Tom Courtenay, Jim Broadbent und Ray Winstone stehen gemeinsam vor der Kamera. Allein diese Aufzählung erklärt, warum der Stoff überhaupt verfilmt wurde. Danny Cohen führte die Kamera, Benjamin Wallfisch komponierte die Musik. Die Laufzeit beträgt 108 Minuten. Der Einbruch selbst führte durch einen Aufzugsschacht und durch eine fünfzig Zentimeter dicke Kellerwand. Wie viel Loyalität bleibt in einer Gruppe, die seit Jahrzehnten weiß, wie Verrat funktioniert?
Besetzung, Drehorte & Infos
„Ein letzter Job“ entstand 2018 im Vereinigten Königreich unter der Regie von James Marsh. Joe Penhall adaptierte den Zeitungsartikel The Over the Hill Mob von Mark Seal. Die Musik komponierte Benjamin Wallfisch, hinter der Kamera stand Danny Cohen. Den Schnitt übernahmen Jinx Godfrey und Nick Moore. Die Vorlage beschreibt einen Schmuckraub durch mehrfach vorbestrafte Rentner im April 2015. Die Täter drangen durch einen Aufzugsschacht in das Gebäude der Hatton Garden Safe Deposit Company ein. Sie bohrten drei sich überschneidende Löcher durch die Kellerwand.
Michael Caine steht an der Spitze eines Ensembles aus bekannten britischen Namen. Michael Gambon, Tom Courtenay, Jim Broadbent und Ray Winstone gehören ebenfalls dazu. Charlie Cox, Paul Whitehouse und Kellie Shirley ergänzen die Besetzung. Im Zentrum der Handlung steht der pensionierte Dieb Brian Reader. Neben ihm agiert Basil, ein Alarmspezialist und einziger jüngerer Mann der Gruppe. Die übrigen Beteiligten sind Männer in den Sechzigern und Siebzigern. Die deutsche Fassung entstand bei der TaunusFilm Synchron unter der Dialogregie von Harald Wolff.
Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2017 in London statt. Am 29. und 30. Juni 2017 wurde im Pub The Viaduct in Hanwell gedreht. Der Kinostart im Vereinigten Königreich erfolgte am 14. September 2018. In Deutschland lief der Film ab dem 25. April 2019. Bereits im Oktober 2018 war er bei den Hofer Filmtagen zu sehen. Die MPAA vergab in den USA ein R-Rating, die FSK gab ihn ab zwölf Jahren frei.
Inhalt & Handlung vom Film „Ein letzter Job“
Brian Reader hat sein Handwerk längst aufgegeben. Bei der Trauerfeier für seine Frau Lyn trifft der pensionierte Dieb alte Bekannte aus früheren Jahren. Zwischen den Beileidsbekundungen fällt dabei der Name Hatton Garden Safe Deposit. Ein letzter Bruch, halb im Scherz erwähnt, bleibt im Raum stehen. Wenige Tage nach der Beerdigung kommt die Runde deshalb zusammen und plant ernsthaft. Fast alle Beteiligten sind bereits in den Sechzigern und Siebzigern. Nur Basil ist jünger und kennt sich mit Alarmanlagen aus. Er beschafft einen Schlüssel für eine Außentür des Gebäudes. Die Gruppe legt den Einbruch auf das Osterwochenende, weil die langen Feiertage Zeit und ein geringes Entdeckungsrisiko versprechen.
Als Gasmonteure verkleidet betreten die Männer am Feiertag das Gebäude und schalten die Alarmanlage durch geduldiges Ausprobieren aus. Danach beginnt das Bohren durch die dicke Wand des Tresorraums. Doch der Wagenheber, mit dem sie den Schrank samt Schließfächern von der Wand drücken wollen, hält der Belastung nicht stand. Damit steht der Plan mitten in der Nacht still. Alle verlassen deshalb das Gebäude und wollen am nächsten Tag mit neuem Werkzeug zurückkehren. Während die anderen die Beute schon vor sich sehen, überlegt Brian es sich anders. Ihm erscheint die Rückkehr an den Tatort zu riskant. Obwohl Basil ihn umzustimmen versucht, bleibt Brian bei seiner Entscheidung und steigt aus.
Ein Zettel mit Nummern
Vor dem Abschied gibt Brian ihm dennoch eine Notiz mit. Darauf stehen die Nummern jener Schließfächer, in denen die wertvollsten Diamanten liegen. Basil verspricht ihm dafür die Hälfte des eigenen Anteils. Mit dem Ersatzwerkzeug kehren die übrigen Männer in der folgenden Nacht zurück, sodass sich der Schrank nun von der Wand drücken lässt. Zwei von ihnen klettern durch die Öffnung in den Tresorraum. Mit Brecheisen öffnen sie zahlreiche Fächer und räumen sie leer. Die Beute übersteigt schließlich vierzehn Millionen Pfund in Schmuck und Bargeld. Anschließend verstauen sie alles in Reisetaschen und fahren vom Tatort davon.
Die Aufteilung findet im Haus eines der Beteiligten statt. Beim Gespräch über die Anteile begreift Basil jedoch, dass ein gleicher Teil für ihn nie vorgesehen war. Aus Sorge um sein Leben greift er sich deshalb mehrere Bündel Bargeld und verschwindet. Was die anderen erst später bemerken, sind die fehlenden Diamanten. Denn Basil hat genau jene Steine mitgenommen, die auf Brians Notiz standen. Unterdessen beginnt die Polizei mit aufwendigen Ermittlungen. Die Beamten werten sämtliche Überwachungsaufnahmen der Umgebung aus, wobei ihnen ein geparktes Fahrzeug auffällt, das einem der Männer gehört.
Über das Kennzeichen ermitteln sie die Identität des Halters. Danach hören sie die Telefone der Gruppe ab und verfolgen jede Bewegung. Brian erfährt inzwischen vom Wert der Beute und verlangt als Kopf des Plans seinen Anteil. Während das Misstrauen wächst, sprechen die Männer zunehmend unvorsichtig über die Tat. Genau diese Gespräche liefern der Polizei schließlich ihre Beweise. Als die Gruppe ein letztes Treffen zur endgültigen Aufteilung ansetzt, greifen die Beamten zu. Brian, den niemand eingeladen hat, wird dagegen zuhause festgenommen. Nur Basil entkommt, weil er verkleidet war und nie zum alten Kreis gehörte. Am Ende ziehen die Männer in Haft ihre Anzüge für den Gerichtstermin an.
Filmkritik und Fazit zum Film „Ein letzter Job“
James Marsh inszeniert „Ein letzter Job“ als Milieustudie, verbindet dabei aber die Mittel des Gaunerfilms mit einer nüchternen Betrachtung seiner Figuren. Joe Penhalls Drehbuch verweigert der Gruppe jede Verklärung, obwohl ihr Alter sie beinahe automatisch sympathisch macht. Michael Caine spielt den Rückzug und die Rückkehr eines Berufsverbrechers mit sparsamen Mitteln, während Ray Winstone und Jim Broadbent jene Reibung liefern, die das Ensemble zusammenhält. Danny Cohens Kamera bleibt dabei eng an den Körpern, die für diese Arbeit längst zu alt sind. Auch Benjamin Wallfischs Musik hält sich zurück und verstärkt eher die Mühe als die Spannung. Derweil verschränkt der Schnitt von Jinx Godfrey und Nick Moore Planung und Ausführung.
Das Tempo bleibt gemächlich, was allerdings zum Personal passt. Besonders die Sequenz am Bohrer, in der ein alter Mann minutenlang gegen Beton und die eigene Kondition ankämpft, zeigt den Kern des Films. Später sitzen dieselben Männer in einem Pub und reden sich dabei um Kopf und Kragen. Gerade diese Gesprächsszenen tragen mehr Spannung als der eigentliche Einbruch, obwohl die Bildsprache nüchtern bleibt und jede Aufhübschung des Genres meidet. Im Mittelteil verliert der Film jedoch an Druck, weil die Ermittlungsseite blass bleibt. Deshalb hätten die 108 Minuten durchaus eine Straffung vertragen.
Wer britische Gaunerstoffe mit scharfem Personal mag, kommt hier auf seine Kosten. Freunde von Heist-Filmen mit Tempo werden die Bedächtigkeit als Hemmnis empfinden. Der Reiz liegt im Zerfall einer Zweckgemeinschaft, weniger im Bruch selbst. Das Ensemble allein rechtfertigt die Sichtung. Für Liebhaber britischer Kriminalstoffe nach wahren Vorlagen ist der Film eine klare Empfehlung. Wer moralische Erlösung erwartet, wird sie hier nicht finden.

![Ein letzter Job [dt./OV]](https://m.media-amazon.com/images/I/51Sc+WvQElL.jpg)