Freakier Friday
Zweiundzwanzig Jahre liegen zwischen dem Körpertausch von 2003 und seiner Wiederholung. „Freakier Friday“ feierte am 22. Juli 2025 im El Capitan Theatre in Los Angeles Premiere. In Deutschland startete die Komödie am 7. August 2025. Regie führte Nisha Ganatra, das Drehbuch schrieb Jordan Weiss. Hollywood nennt solche Filme inzwischen Legacyquel, weil sie die alten Figuren mitbringen und neue danebenstellen. Die Rechnung geht auf, wenn das Publikum die Lücke zwischen beiden Zeitpunkten selbst mitbringt. Diesmal tauschen nicht zwei Menschen ihre Körper, sondern vier.
| Dauer: | 111 Min. |
|---|---|
| Jahr: | 2025 |
| Regie: | Nisha Ganatra |
| Produzenten: | Kristin Burr, Andrew Gunn, Jamie Lee Curtis |
| Hauptdarsteller: | Jamie Lee Curtis, Lindsay Lohan, Julia Butters |
| Nebendarsteller: | Sophia Hammons, Manny Jacinto, Maitreyi Ramakrishnan |
| Studio: | GUNNFilms, Burr! Productions |
| Sprachen: | Deutsch, English |
Die Fortsetzung entstand bei Walt Disney Pictures, Gunn Film und Burr! Productions. Jamie Lee Curtis fungierte dabei neben Kristin Burr und Andrew Gunn selbst als Produzentin. Gedreht wurde zwischen Juni und August 2024 in Los Angeles, ein deutschsprachiger Trailer erschien im März 2025. Amie Doherty schrieb die Musik, Lindsay Lohan singt auf dem Soundtrack. Der Aufwand ist sichtbar, und die Nostalgie sitzt fest im Konzept dieses Films. Wie viel Eigenes bleibt einer Fortsetzung, die vom Wiedererkennen lebt?
Besetzung, Drehorte & Infos
„Freakier Friday“ entstand 2025 in den Vereinigten Staaten und läuft 111 Minuten. Die FSK gab die Komödie ohne Altersbeschränkung frei. Regie führte Nisha Ganatra, das Drehbuch stammt von Jordan Weiss. Die Filmmusik komponierte Amie Doherty, die mit Ganatra bereits an The High Note von 2020 gearbeitet hatte. Hinter der Kamera stand Matthew Clark. Das Szenenbild gestaltete Kay Lee, für die Kostüme war Natalie O’Brien zuständig. Die deutsche Synchronisation entstand bei FFS Film- & Fernseh-Synchron in München nach Dialogbuch und Dialogregie von Kathrin Gaube.
Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan übernehmen erneut die Rollen aus dem Film von 2003. Neu im Ensemble stehen Julia Butters und Sophia Hammons, die die beiden Töchter der künftigen Patchworkfamilie spielen. Manny Jacinto und Maitreyi Ramakrishnan gehören ebenfalls zur Hauptbesetzung. Rosalind Chao und Chad Michael Murray sind in weiteren Rollen zu sehen. Elaine Hendrix hat einen Kurzauftritt als Blake. Der Name spielt auf ihre Rolle der Meredith Blake in Ein Zwilling kommt selten allein von 1998 an, in dem Lindsay Lohan ebenfalls eine Hauptrolle übernahm.
Die Dreharbeiten begannen im Juni 2024 in Los Angeles und endeten im August desselben Jahres. Das Casting verantwortete Randi Hiller. Der Soundtrack versammelt neue Aufnahmen von Lindsay Lohan, darunter drei Fassungen des Lieds Baby. Auch die Band Pink Slip ist mit einem Titel vertreten. Bei der Saturn-Award-Verleihung 2026 war der Film als bester Fantasyfilm nominiert. Blu-ray und DVD erschienen am 7. November 2025, fünf Tage später kam der Film ins Abo-Angebot von Disney+.
Inhalt & Handlung vom Film „Freakier Friday“
Anna Coleman ist erwachsen geworden und arbeitet als Musikproduzentin in Los Angeles. Ihre Teenager-Tochter Harper zieht sie allein groß, unterstützt von ihrer eigenen Mutter Tess. In der Schule liegt Harper im Dauerstreit mit ihrer Klassenkameradin Lily, einer Britin. Ein Zwischenfall im Chemieunterricht bringt beide zur Direktorin, und Anna wird einbestellt. Dort lernt sie Lilys Vater Eric kennen. Die beiden Erwachsenen verlieben sich, sechs Monate später verloben sie sich. Für die künftigen Stiefschwestern ist das keine gute Nachricht. Harper fürchtet, ihre Mutter könnte nach London ziehen, weil Lily dort eine Modeakademie besuchen will. Die Hochzeit steht damit unter keinem guten Stern. Zwei Familien sollen zusammenwachsen, die sich bisher vor allem im Weg stehen.
Während Annas Junggesellinnenabschied lassen sich Anna, Tess, Harper und Lily die Hand von Madame Jen lesen. Kurz darauf bebt die Erde, allerdings nur für die vier. Am nächsten Morgen ist klar, was passiert ist. Anna steckt im Körper ihrer Tochter Harper, Tess im Körper von Lily. Die beiden Älteren erkennen die Lage sofort, denn sie haben so etwas schon einmal erlebt. Sie raten den Mädchen, die jeweils fremde Rolle zu spielen und niemandem etwas zu verraten. Harper und Lily ziehen daraus einen eigenen Schluss. In den Körpern zweier Erwachsener haben sie plötzlich die Mittel, die Hochzeit zu verhindern. Aus Gegnerinnen werden Verbündete mit einem gemeinsamen Ziel. Der Plan nimmt noch am selben Tag Gestalt an.
Zwei Pläne und ein Probeessen
Bei einem Fotoshooting mit Annas Kundin Ella erfahren Harper und Anna von Annas aufgegebenen Rockstar-Träumen. Außerdem stoßen sie auf ein altes Liebeslied, das sie für ein Lied über Annas Highschool-Schwarm Jake Austin halten. Harper versucht deshalb in Annas Körper, Jake zu verführen und dadurch die Beziehung zu Eric zu zerstören. Der Plan scheitert jedoch. Kurz darauf begleitet Harper als Anna Eric zur Einwanderungsbehörde. Dort erkennt sie, wie sehr er ihre Mutter liebt. Eric erklärt außerdem, dass ein gemeinsames Leben in Los Angeles für beide Familien das Beste wäre. Harper beginnt daraufhin, ihre Sabotagepläne zu überdenken.
Lily hält dagegen weiter am ursprünglichen Plan fest. Sie lädt Jake zum Probeessen ein und kritisiert dort die Colemans. Eric sagt daraufhin die Hochzeit ab. Erst ein Gespräch mit Tess über Heimweh und den Verlust der eigenen Mutter verändert Lilys Sicht. Sie erkennt ihren Fehler und versucht anschließend, Eric davon zu überzeugen, Anna nicht aufzugeben. Gleichzeitig lädt Ella Annas frühere Band Pink Slip zu einem gemeinsamen Auftritt ein.
Anna freut sich über das Wiedersehen, erklärt Harper aber, dass sie ihre Entscheidung nie bereut habe. Harper sei die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen. Auch das Liebeslied galt nie Jake, sondern ihrer Tochter. Mutter und Tochter versöhnen sich und spielen gemeinsam auf der Bühne. Lily erklärt anschließend, Teil dieser Familie sein zu wollen. Nachdem alle vier ihre Haltung geändert haben, kehren sie in ihre eigenen Körper zurück. Eric und Anna versöhnen sich ebenfalls und heiraten schließlich. Später entdeckt Tess auf ihrem neuen Buch ein Coverfoto, das Lily während des Körpertauschs mit Lippenfüller aufgenommen hat.
Filmkritik und Fazit zum Film „Freakier Friday“
Nisha Ganatra führt „Freakier Friday“ nah am Vorbild von 2003 entlang und verdoppelt dessen Grundeinfall. Vier Körper statt zwei bedeuten mehr Möglichkeiten, aber auch weniger Raum für jede einzelne Figur. Jordan Weiss verteilt die besten Szenen an die Erwachsenen, weil dort die Diskrepanz zwischen Auftreten und Innenleben am größten ist. Jamie Lee Curtis nutzt das mit sichtbarem Vergnügen und trägt weite Teile der Komik allein. Julia Butters und Sophia Hammons bleiben dagegen blass, weil ihre Figuren die Erfahrung der Älteren nachspielen müssen. Matthew Clarks Kamera arbeitet hell und beweglich. Amie Dohertys Musik hält den Ton leicht.
Am stärksten ist der Film in kleinen Beobachtungen. Ein Fotoshooting, bei dem zwei Teenager im Körper Erwachsener plötzlich Autorität simulieren müssen, trägt sich fast von selbst. Ähnliches gilt für den Moment beim Handlesen, wenn ein Beben durch den Raum geht, das außer vier Frauen niemand bemerkt. Zwischen diesen Szenen arbeitet das Drehbuch die Stationen des Vorgängers ab. Das Tempo bleibt hoch, die Übergänge sind glatt, Überraschungen selten. Der Sabotageplan der Töchter kostet Sympathie, weil das Brautpaar von Anfang an harmlos wirkt. Erst im letzten Drittel gewinnt die Geschichte an Wärme.
Für Freunde des Films von 2003 lohnt sich die Fortsetzung ohne Einschränkung. Wer die Figuren kennt, bekommt sie wieder, gealtert und in derselben Tonlage. Wer den Vorgänger nicht gesehen hat, versteht die Geschichte trotzdem, verliert aber die halbe Pointe. Als Familienkomödie ohne Altersbeschränkung erfüllt der Film seinen Zweck an einem verregneten Sonntagnachmittag. Neue Ideen sollte man allerdings nicht erwarten. Jamie Lee Curtis allein rechtfertigt die 111 Minuten.

