Dating Queen
Der Originaltitel Trainwreck meint ein Zugwrack, im übertragenen Sinn ein Fiasko. „Dating Queen“ heißt die deutsche Fassung, und schon dieser Wechsel verrät etwas über den Vertrieb von Komödien. Judd Apatow führte 2015 Regie, zum ersten Mal nach einem fremden Drehbuch. Geschrieben hat es Amy Schumer, die zugleich die Hauptrolle übernahm. Premiere war am 16. März 2015 beim South by Southwest Film Festival. In die deutschen Kinos kam der Film am 13. August 2015. Eine um rund vier Minuten längere Fassung erschien später als Extended Edition auf Blu-ray.
| Dauer: | 124 Min. |
|---|---|
| FSK: | ab 12 Jahren |
| Jahr: | 2015 |
| Regie: | Judd Apatow |
| Produzenten: | Judd Apatow, Barry Mendel |
| Hauptdarsteller: | Amy Schumer, Bill Hader, Brie Larson |
| Nebendarsteller: | John Cena, Tilda Swinton, LeBron James |
| Studio: | Universal Pictures |
| Sprachen: | Deutsch, English |
Amy Schumer spielt eine Redakteurin eines New Yorker Männermagazins, Bill Hader den Sportmediziner, über den sie schreiben soll. Tilda Swinton gibt die Chefredakteurin, Brie Larson die Schwester. 124 Minuten dauert die Komödie, die FSK gab sie ab zwölf Jahren frei. Jon Brion komponierte die Musik, Jody Lee Lipes stand hinter der Kamera. John Cena und Colin Quinn ergänzen die Besetzung. Was bleibt von einem Lebensentwurf, der Bindung grundsätzlich ausschließt, wenn er auf den ersten Menschen trifft, der bleibt?
Besetzung, Drehorte & Infos
Die Filmkomödie „Dating Queen“ entstand 2015 in den USA und lief im Original unter dem Titel Trainwreck. Regie führte Judd Apatow, das Drehbuch stammt von Amy Schumer. Es ist der erste Film Apatows, der nicht auf einem seiner eigenen Bücher basiert. Die Musik schrieb Jon Brion, die Kamera führte Jody Lee Lipes. Für den Schnitt zeichneten William Kerr, Peck Prior und Paul Zucker verantwortlich. Der US-Kinostart war am 17. Juli 2015, in Deutschland lief der Film am 13. August 2015 an. Die Laufzeit beträgt 124 Minuten.
Amy Schumer spielt Amy, eine Redakteurin bei einem Männermagazin in New York. Bill Hader verkörpert den Sportmediziner Dr. Aaron Conners, über den sie einen Artikel schreiben soll. Tilda Swinton ist als Chefredakteurin Dianna zu sehen, Brie Larson als Amys Schwester Kim. Colin Quinn, John Cena, Mike Birbiglia und Jon Glaser vervollständigen das Ensemble. Schumer schrieb das Drehbuch und übernahm zugleich die Hauptrolle. Die deutsche Synchronisation entstand bei der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG. Dialogbuch und Dialogregie übernahm Nana Spier.
Die FSK gab den Film ab zwölf Jahren frei. Eine um vier Minuten längere Extended Edition erschien auf Blu-ray. Bei den Hollywood Film Awards 2015 erhielt Amy Schumer den Comedy-Award. Für die Golden Globe Awards 2016 war der Film als beste Komödie nominiert, Schumer zusätzlich als beste Hauptdarstellerin. Bei den Critics‘ Choice Movie Awards wurde sie als beste Hauptdarstellerin in einer Komödie ausgezeichnet, der Film und Bill Hader blieben bei Nominierungen. Die American Cinema Editors nominierten den Schnitt bei den Eddie Awards.
Inhalt & Handlung vom Film „Dating Queen“
Amy ist neun Jahre alt, als ihr Vater Gordon die Familie zu einem Gespräch versammelt. Dabei erklärt er seinen beiden Töchtern, dass er zahlreiche Affären hat und sich deshalb von ihrer Mutter trennen will. Monogamie hält er ohnehin für unrealistisch, weshalb dieser Satz Amy durch ihr Erwachsenenleben begleitet. Jahre später arbeitet sie als Redakteurin bei einem Männermagazin in New York. Sie trinkt gern, geht häufig feiern und wechselt ihre Bettbekanntschaften, ohne dabei eine feste Beziehung anzustreben. Ihr Verehrer Steven wartet deshalb nach vielen Dates vergeblich auf eine feste Bindung. Als sie ihm schließlich die Liste ihrer Männerkontakte im Handy zeigt, reagiert er schockiert. Unterdessen beauftragt ihre Chefin Dianna sie mit einem Artikel über den Sportmediziner Dr. Aaron Conners, obwohl Amy Sport grundsätzlich verabscheut.
Amys Gedanken kreisen zu dieser Zeit jedoch um ihren Vater, denn wegen seiner Multiplen Sklerose lebt er inzwischen im Pflegeheim, während das Elternhaus leer steht. Gemeinsam mit ihrer Schwester Kim kümmert sie sich deshalb um die Räumung. Kim ist von Gordon enttäuscht, weil er zeitlebens trank, seine Familie vernachlässigte und fremdging. Am liebsten würde sie seine Sachen entsorgen, doch Amy hält sie davon ab. Beim ersten Treffen mit Dr. Conners bemerkt dieser schnell, dass Amy mit Sport nichts anfangen kann. Während des Interviews erreicht sie außerdem eine Nachricht von Kim, wonach ihr Vater in ein günstigeres Heim verlegt werden soll. Daraufhin beginnt Amy zu hyperventilieren, doch Conners kümmert sich um sie. Anschließend essen beide zusammen, besuchen eine Bar und landen schließlich bei ihm. Zum ersten Mal bleibt Amy nach dem Sex über Nacht.
Zwischen Trauer und neuer Nähe
Am nächsten Tag stürzt Amys Vater in der Klinik, doch Aaron steht ihr bei, sodass sie erstmals ihre Bindungsängste hinter sich lässt. Zwischen beiden entwickelt sich daraufhin eine Beziehung, die zunächst harmonisch verläuft. Auch als Gordon stirbt, unterstützt Aaron sie. Bei einer Preisverleihung kommt es jedoch zum Streit, weil Dianna Amy telefonisch mit Kündigung droht, falls sie nicht abnimmt. Während Aaron eine Rede hält, verlässt Amy deshalb den Saal, woraufhin beide aneinandergeraten. Am nächsten Morgen sagt Aaron eine wichtige Operation ab und bittet um eine Beziehungspause, bis der Eingriff abgeschlossen ist.
Amy versteht seine Bitte allerdings als Trennung und beendet deshalb die Beziehung. Kurz darauf verliert sie außerdem ihren Job, nachdem sie betrunken mit einem minderjährigen Angestellten von Dianna geschlafen hat. Ohne Arbeit und Partner sucht sie schließlich ihre schwangeren Schwester auf, deren Familienleben sie bisher stets abgelehnt hatte. Ein Gespräch mit deren Stiefsohn führt ihr jedoch vor Augen, dass sie Aaron weiterhin liebt. Deshalb beschließt sie, um ihn zu kämpfen.
Um Aaron zurückzugewinnen, nimmt Amy Kontakt zu den Cheerleadern einer Basketballmannschaft auf. Gemeinsam bereiten sie eine Choreografie vor, bei der Amy selbst auftreten soll. Obwohl sie Sport grundsätzlich ablehnt und keinerlei Tanzerfahrung besitzt, stellt sie sich schließlich vor Publikum. Zu Uptown Girl, Aarons Lieblingssong, versucht sie dabei, mit den Cheerleadern Schritt zu halten. Zwar wirkt sie sichtbar ungeübt, doch sie zieht ihren Auftritt entschlossen durch. Die ungewöhnliche Liebeserklärung überzeugt Aaron schließlich, sodass beide ihrer Beziehung eine zweite Chance geben. Dabei erkennt Amy, dass hinter ihrer vermeintlichen Unabhängigkeit vor allem die Angst vor Nähe steckt. Statt weiterhin vor festen Bindungen davonzulaufen, entscheidet sie sich deshalb bewusst für Aaron. Der Film verzichtet auf eine Hochzeit oder große Versprechen und endet stattdessen mit ihrem gemeinsamen Entschluss, die Beziehung diesmal ernsthaft fortzuführen.
Filmkritik und Fazit zum Film „Dating Queen“
Judd Apatow inszeniert hier zum ersten Mal ein fremdes Drehbuch, und man merkt der Regie an, dass sie einer anderen Stimme Raum gibt. „Dating Queen“ folgt der Rhythmik von Amy Schumers Bühnenhumor, mit langen Szenen, die sich austrudeln dürfen. Jody Lee Lipes filmt New York unspektakulär, in Innenräumen und Straßenzügen ohne Postkartenblick. Schumer spielt ihre Figur ohne Schutzabstand, auch dort, wo diese unangenehm wird. Bill Hader gibt den Gegenpart als jemanden, der zuhört, statt zu kontern. Tilda Swinton verwandelt die Chefredakteurin in eine Kunstfigur aus Härte und Verachtung. Das Drehbuch verteilt seine Themen allerdings auf mehr Schauplätze, als 124 Minuten tragen.
Das Tempo schwankt. Einzelne Sequenzen sitzen genau, etwa das erste Interview, in dem der Arzt binnen Sekunden merkt, dass seine Gesprächspartnerin keine Ahnung von Sport hat. Ebenso präzise ist die Szene, in der die beiden Schwestern das leer stehende Elternhaus sortieren und dabei zwei völlig verschiedene Väter erinnern. Zwischen diesen Momenten dehnt sich der Film. Jon Brions Musik hält sich zurück und überlässt den Dialogen die Führung. Die Struktur bleibt die einer klassischen Liebeskomödie, nur mit vertauschten Rollen. Wer darin eine Provokation erwartet, wird eine gut gelaunte Konvention vorfinden.
Wer Apatows Komödien mag, findet hier vertrautes Terrain mit einer neuen Erzählstimme. Amy Schumer trägt den Film, ihre Preise für diese Rolle sind nachvollziehbar. Für Freunde pointierter Dialogkomik lohnt sich die Sichtung, trotz der überdehnten Laufzeit. Wer eine radikale Abrechnung mit dem Genre erwartet, wird enttäuscht sein. Als Liebeskomödie mit Ecken funktioniert der Film, als Sittenbild bleibt er vorsichtig. Die Freigabe ab zwölf Jahren passt zur Tonlage.

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